Donnerstag, 01. Oktober 2015

Lawrow weist Zweifel an russischen Luftangriffen in Syrien zurück

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat Zweifel an den Zielen der russischen Luftangriffe in Syrien zurückgewiesen.

Foto: © APA/AP

Die „Gerüchte“, dass es sich bei den Zielen der Luftangriffe nicht um Stellungen der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gehandelt habe, seien „unbegründet“, erklärte Lawrow am Donnerstag nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen John Kerry in New York.

Es gebe auch „keine Hinweise“ darauf, dass bei den Angriffen Zivilisten getötet worden seien. Lawrow betonte erneut, dass Russland auf Bitte von Syriens Staatschef Bashar al-Assad in dem Bürgerkriegsland eingegriffen habe. Es gehe dabei „ausschließlich“ um den Kampf gegen den IS und „andere Terrorgruppen“, hieß es in der Stellungnahme, die auch vom Außenministerium in Moskau verbreitet wurde.

Russland hatte am Mittwoch erstmals Luftangriffe in Syrien geflogen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau wurden bei 20 Angriffen acht IS-Ziele bombardiert. Westliche Regierungen und die syrische Opposition äußerten jedoch Zweifel an dieser Darstellung. US-Verteidigungsminister Ashton Carter sagte, es sehe nicht danach aus, dass die Angriffe von Jihadisten gehaltene Gebiete getroffen hätten. Nach Angaben von Khaled Khoja, dem Chef der wichtigsten syrischen Oppositionsgruppe Syrische Nationale Koalition, wurden bei einem Luftangriff in der Provinz Homs 36 Zivilisten getötet.

Die USA zeigten sich auch verärgert über die Art und Weise, wie sie von Russland über die bevorstehenden Luftangriffe informiert wurden. Bei ihrem Treffen in New York vereinbarten Kerry und Lawrow ein baldiges Gespräch von Militärvertretern beider Seiten, um den Konflikt zu entschärfen.

apa/afp

stol