<b>Von Petra Schwienbacher</b><BR /><BR />Folgendes Verhalten ist typisch für manche Katzen: Man bereitet das Futter vor, die Katze freut sich und springt aufgeregt auf die Küchentheke. Der Grund dafür ist einfach: Man verstärkt dieses Verhalten unbeabsichtigt. Die Katze springt hoch und bekommt danach ihr Futter – also eine Belohnung (indirekt fürs Hochspringen). <BR /><BR />Die Katze hinunterzuschubsen oder mit ihr zu schimpfen hilft in solchen Fällen nicht. Bei sensiblen Katzen kann das nämlich für Stress oder sogar Angst sorgen. Zudem beeinträchtigen Strafen das Vertrauen zwischen Tier und Mensch. Bei selbstbewussten Katzen kann das Schimpfen hingegen wie eine tolle Action wirken. Bereits ein kurzes „Nein“ oder manchmal sogar nur ein Blickkontakt wirkt wie eine Belohnung und wird von manchen als Teil eines Spiels angesehen. <BR /><BR />Besser ist also, das Verhalten der Katze umzuleiten, statt zu „strafen“. Positive Verstärkung kann dafür sorgen, dass unerwünschtes Verhalten immer weiter abnimmt. Zuerst soll man jeden Erfolg fürs Springen verhindern, das heißt, anfangs sollte man die Katze beim Zubereiten des Futters am besten in ein anderes Zimmer oder in den Flur bringen, damit man dann in Ruhe mit dem Training beginnen kann.<h3> Die Mattenübung</h3>Das Hochspringen muss durch eine andere Aufgabe ersetzt werden. Separat vom Füttern legt man also eine kleine Decke oder eine Matte auf den Boden (circa einen bis zwei Meter entfernt von der Küchentheke, auf der man das Futter zubereitet) und belohnt die Katze sofort, wenn sie auch nur Richtung Matte schaut oder hingeht. Dazu wirft man ein Leckerli auf die Matte.<BR /><BR />Geht sie weg, pausiert man kurz. Sobald sie wieder auf der Matte ist, belohnt man wieder. Nach ein paar Wiederholungen wartet man, bis mindestens zwei, dann vier Pfoten auf der Matte sind. Zuerst wird die Katze belohnt, selbst wenn sie nur eine Sekunde darauf steht. Später weitet man die Zeit auf zwei Sekunden, dann drei aus usw. Besonders gut klappt dieses Training übrigens mithilfe eines Clickers.<BR /><BR />Nach mehreren Übungstagen belohnt man seinen Stubentiger erst, wenn er mehr als fünf Sekunden auf der Matte bleibt. Nach weiteren Trainingseinheiten erhöht man die Dauer wieder und belohnt seltener. <BR /><BR />Nach zehn Tagen und nur, wenn die Übung immer reibungslos klappt, bekommt die Katze nach einiger Zeit auf der Matte ihr Futter. Wenn sie dabei entspannt bleibt, kann sie nach zwei Wochen auch bei der Futterzubereitung dabei sein. Bleibt die Katze unten, wird sie belohnt (dazu wirft man einfach ein Leckerli auf den Boden). Springt sie hoch, wird sie konsequent ignoriert, und man geht in der Übung wieder einen Schritt zurück.<h3> Alternative Beschäftigung</h3>Eine weitere Möglichkeit, besonders für gefräßige Tiere, die mit Futter leicht zu bestechen sind, ist, sie alternativ zu beschäftigen. Das heißt, während man das Futter zubereitet, darf die Katze mit einem interaktiven Spielzeug oder einem Futterball spielen, auf einer Schleckmatte ein besonderes Leckerli abschlecken oder in einem Schnüffelteppich nach versteckten Happen suchen. Idealerweise ein Stück entfernt vom Tisch.<BR /><BR />Springt die Katze unabhängig vom Füttern auf den Tisch, kann es helfen, sie zu festen Zeiten zu füttern, damit sie nicht zwischen den Mahlzeiten nach Futter sucht. Auch hier gilt: Bleibt sie unten, wird sie belohnt.