Dienstag, 12. September 2017

Lebenslange Haft für Rechtextremistin Zschäpe gefordert

Im Prozess um die deutsche Rechtsextremistengruppe NSU hat die Bundesanwaltschaft lebenslange Haft für die Hauptangeklagte Beate Zschäpe wegen 10-fachen Mordes gefordert.

Beate Zschäpe soll lebenslang hinter Gitter.
Beate Zschäpe soll lebenslang hinter Gitter.

Das sagte Bundesanwalt Herbert Diemer am Dienstag in seinem Plädoyer vor dem Oberlandesgericht München. Er betonte, dass diese Strafe für jeden einzelnen Mord fällig sei.

Außerdem solle das Gericht die besonderer Schwere der Schuld feststellen und eine anschließende Sicherungsverwahrung anordnen. Das entspricht der Höchststrafe nach deutschem Recht.

Die 42-Jährige habe sich als Mitglied einer terroristischen Vereinigung des 10-fachen Mordes, zahlreicher Mordversuche durch 2 Bombenanschläge sowie mehrerer Raubüberfälle schuldig gemacht, sagte Diemer.

Mitverantwortlich wegen ihres Wirkens im Hintergrund 

Zschäpe sei zwar den Ermittlungen zufolge nicht selbst an den Tatorten anwesend gewesen, jedoch wegen ihres Wirkens im Hintergrund mitverantwortlich für die Taten ihrer beiden Gefährten Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, die sich das Leben nahmen.

Es gebe zudem keine Anhaltspunkte für eine verminderte Schuldfähigkeit Zschäpes infolge einer psychischen Störung. Zschäpe hatte sich in dem Prozess eine passive Rolle im dem Trio zugeschrieben.

Eiskalt kalkulierender Mensch 

Zschäpe sei "ein eiskalt kalkulierender Mensch", sagte Diemer. Menschenleben hätten bei der Durchsetzung ihrer verbrecherischen Ziele keine Rolle gespielt.

Zschäpe verfolgte die Worte des Bundesanwalts ohne erkennbare Regung.

Wenn das Gericht dem Antrag folgt, wäre eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen. Mit einem Urteil wird frühestens in einigen Wochen nach den Plädoyers der Nebenkläger und Verteidiger gerechnet.

apa/reuters

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stol