Donnerstag, 12. November 2015

Lega Nord fordert Bau von Grenzzaun in Friaul

Angesichts der Maßnahmen in Slowenien und Österreich fordert die ausländerfeindliche Oppositionspartei Lega Nord auch in Italien den Bau eines Grenzzauns in der an Kärnten angrenzenden Region Friaul Julisch Venetien.

In Ungarn steht der Grenzzaun bereits - nun soll auch in Friaul einer aufgestellt werden.
In Ungarn steht der Grenzzaun bereits - nun soll auch in Friaul einer aufgestellt werden. - Foto: © APA/EPA

„Wir wollen sofort einen Grenzzaun in Friaul, um eine Flüchtlingsinvasion zu vermeiden“, so der Lega Nord-Fraktionschef in der italienischen Abgeordnetenkammer, Massimiliano Fedriga.

„Nach Ungarn und Österreich baut auch Slowenien eine Grenzsperre. Inzwischen durchqueren hunderte Migranten die Grenze zu Friaul“, erklärte Fedriga am Mittwochabend.

Die wichtigste Flüchtlingsroute verläuft bisher von Kroatien über Slowenien weiter Richtung Österreich und Deutschland. Die Wenigsten setzen ihre Reise von Slowenien aus in das angrenzende Italien fort.

Derzeit keine Zunahme der Einwanderung in Friaul

Die italienische Regierung beobachtet die jüngsten Entwicklungen in Kroatien und Slowenien sehr aufmerksam. Zwar gebe es keine Signale einer Zunahme der Einwanderung in Friaul, trotzdem sei das Innenministerium mit den Behörden in Friaul in ständigem Kontakt, heißt es in Rom.

„Die Routen der Flüchtlinge sind unklar. Vieles hängt von den Beschlüssen von Ländern, wie Österreich, Deutschland, Slowenien und Kroatien ab. Wir sind mit ihnen ständig in Kontakt“, sagte der für Flüchtlingsfragen zuständige Präfekt Mario Morcone nach Medienangaben.

„Wir verfolgen aus der Nähe die Flüchtlingslage am Balkan und vor allem in Kroatien. Es gibt jedoch keinen Notstand“, berichtete das für Einwanderung zuständige Mitglied des friulanischen Regionalparlaments, Gianni Torrenti. Enge Kontakte seien zu den Behörden in Zagreb und in Laibach aufgenommen worden.

apa

stol