„Österreich und Deutschland haben de facto den Schengen-Vertrag aufgehoben und Europa schaut dabei schweigend zu“, protestierte der Trentiner Regionalratsabgeordnete der Lega Maurizio Fugatti in einer Presseaussendung.„Die ständige Rückführung von Flüchtlingen, die in Italien eingetroffen sind, am Brenner stellt eine offenkundige Verletzung des Prinzips des freien Personenverkehrs innerhalb gemeinsamer Grenzen dar. Österreich weist Flüchtlinge auf Druck Deutschlands zurück. Wieder einmal beobachten wir ein Europa mit zwei verschiedenen Systemen, wenn es um Deutschlands Interessen geht“, betonte Fugatti.Die Oppositionspartei wirft der italienischen Regierung vor, keinerlei Strategien im Umgang mit den Flüchtlingsströmen zu haben. Zudem sei die Regierung Renzi nicht in der Lage, die Sicherheit und die Gesundheit ihrer Bürger zu garantieren.Nach dem Dublin-Abkommen ist jeweils das EU-Land, in dem ein Flüchtling erstmals EU-Boden betritt, für das Asylverfahren zuständig. Für viele Flüchtlinge, die per Boot aus Nordafrika über das Mittelmeer kommen, ist das Italien. Viele Flüchtlinge wollen aber nicht dort, sondern in Deutschland oder skandinavischen Ländern Aufnahme finden. 170.000 Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr in Italien eingetroffen.apa