Ärgerlich? Ja. Verwunderlich? Auf keinen Fall!<BR /><BR /><b>Von Doris Ebner</b><BR /><BR />„Wahrscheinlich bin ich einfach nicht intelligent genug. Ich höre zu, bin aufmerksam und lasse mich kaum ablenken – und doch kommt es mir im Nachhinein so vor, als wäre ich nie da gewesen, als hätte jemand anderes auf meinem Platz gesessen. In meinem Gehirn ist schlichtweg zu wenig Platz für so viel Information. Ja, ich bin nicht intelligent genug.“ <BR /><BR />Wenn Ihnen diese oder ähnliche Gedanken aus Ihrer Jugendzeit bekannt vorkommen, dürfen Sie jetzt erstmal ganz tief durch- und vor allem aufatmen. Denn nur, weil es Ihnen schwerfiel, trockenem Frontalunterricht zu folgen, heißt das noch lange nicht, dass Sie dumm sind. Im Gegenteil: Sie sind ein lebender Beweis dafür, dass wir Menschen eben Menschen sind. Und dass unser Gedächtnis so funktioniert, wie es funktioniert. Und das nicht nur in der Schule. <BR /><BR /><embed id="dtext86-68964989_quote" /><BR /><BR />Wie schnell und intensiv wir neue Informationen aufnehmen und wie viel davon schlussendlich hängen bleibt, ist eng an die Art und Weise der Wissensvermittlung geknüpft. <BR /><BR />Dabei gilt: Je theoretischer etwas aufbereitet wurde, desto schwerer fällt es unserem Gehirn, den Inhalt zu speichern und so abzulegen, dass er dauerhaft verfügbar und abrufbar bleibt. Im Grunde genommen eine durchaus logische Tatsache. <BR /><BR />Folgen wir den mündlichen Ausführungen eines Gegenübers oder führen wir uns einen geschriebenen Text zu Gemüte, haben wir es mit dem abstrakten Konstrukt der Sprache zu tun, das in unserem Kopf erst einmal entschlüsselt und eingeordnet werden muss. Das, was uns dabei vermittelt wird, bleibt ein Fremdkörper, mit dem wir uns nur passiv beschäftigen.<h3> Aktiv statt passiv</h3>Werden wir jedoch dazu animiert, die Seiten zu wechseln und uns mit den neuen Informationen aktiv auseinanderzusetzen, steigen wir tiefer in das Thema ein. Der Prozess der Verarbeitung intensiviert sich und das neue Wissen wird zur Erfahrung. <BR /><BR />Wir lernen nicht nur auf kognitivem Weg, sondern kreieren ein Erlebnis, das sich auf mehreren Ebenen in unseren Systemen verankern kann. Das Aufgenommene ist in gewisser Weise ein Teil von uns geworden, der viel eher bleibt als eine trockene Information. <BR /><BR />Lernen durch Tun ist also nicht bloß ein Spruch, sondern eine wissenschaftlich fundierte Devise – vor allem, wenn man die Zahlen und Schätzungen aus der Forschung betrachtet. <BR /><BR />Demnach sind 24 Stunden nach einem Vortrag nur noch schlappe 5 Prozent des vermittelten Wissens abrufbar, während bei einer Diskussion bereits rund die Hälfte hängen bleibt und durch Üben noch einmal 25 Prozent Erfolg dazugebucht werden kann. <BR /><BR />Wer wirklich auf Nummer Sicher gehen will, ist hingegen gut beraten, das erworbene Wissen sofort anzuwenden. Experten gehen davon aus, dass so rund 90 Prozent gespeichert werden, es also fast schon in Fleisch und Blut übergeht. Wie wäre es, wenn Sie beim nächsten Aufkommen von Selbstzweifeln einfach einmal daran denken? <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1030308_image" /></div> <embed id="dtext86-67572045_listbox" />