Mittwoch, 02. März 2016

Lesbisches Paar adoptiert gegenseitig Kinder

Das Thema Adoptionsrecht für Homosexuelle spaltet Italien weiter. Befeuert wurde die seit Wochen anhaltende Debatte nun durch den Fall einer sogenannten „überkreuzten“ Adoption eines lesbischen Paares.

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Archivbild - Foto: © shutterstock

Ein Jugendgericht in Rom erkannte erstmals in Italien die gegenseitige Adoption von Kindern durch die Partnerin an.

Dabei geht es um zwei Mädchen im Alter von vier und acht Jahren, die von jeweils einer der beiden Lebenspartnerinnen dank künstlicher Befruchtung in Dänemark zur Welt gebracht wurden. Das römische Gericht hat das Recht der beiden Frauen anerkannt, das Kind der jeweils anderen zu adoptieren.

Die Mädchen werden zwar denselben Doppelnamen tragen, werden laut italienischem Gesetz jedoch keine Schwestern sein. Es handelt sich um einen einmaligen Fall in Italien, berichtete der Verband „Familie Arcobaleno“ (Regenbogenfamilien), der sich für das Adoptionsrecht von Homosexuellenpaaren einsetzt.

Gesetz muss noch durch die Kammer

Das Recht zur Adoption des leiblichen Kindes eines homosexuellen Partners war aus einem Gesetz zur Anerkennung eheähnlicher Lebenspartnerschaften, das vergangene Woche im Senat verabschiedet worden war, ausgeklammert worden. Das Gesetz muss noch von der Abgeordnetenkammer gebilligt werden.

Hitzige Debatte um Leihmutterschaft

Im Falle der ebenfalls derzeit in Italien hitzig diskutierten Leihmutterschaft hat die italienische Bischofskonferenz am Dienstag klar Stellung bezogen. Die Tageszeitung der Bischofskonferenz CEI „L'Avvenire“ bezeichnete die Leihmutterschaft als „traurigen Handel“ mit Kindern.

Die Leihmutterschaft ist in Italien verboten, allerdings wurde jüngst der prominente Linkspolitiker Nichi Vendola dadurch in Kanada zum Vater eines Buben. Frauen würden durch die Leihmutterschaft zu „gesichtslosen Personen“ herabgestuft, die für Geld Kinder zur Welt bringen, die ihnen nach der Geburt entrissen werden.

apa

stol