Der 46-jährige Sozialdemokrat ist aber nicht durch Attacken aus den Oppositionsbänken, sondern schärfste Kritik aus seinen eigenen Reihen unter Beschuss geraten: Ausgerechnet Lettas Parteifreund und Parteivorsitzender Matteo Renzi sägt am Stuhl des Ministerpräsidenten.Bei einem am Donnerstagnachmittag geplanten Spitzentreffen von Lettas Partito Democratico (PD) sollen rund 140 führende Parteimitglieder darüber entscheiden, ob sie den Ministerpräsidenten weiterhin gegen die Ambitionen von Parteichef Renzi unterstützen wollen.Letta kämpft gegen die Zeit. Der Regierungschef verhandelt mit dem seit Dezember amtierenden PD-Vorsitzenden über den Erhalt des Mitte-links-Kabinetts.Gesandte Renzis trafen am Donnerstagvormittag im Regierungssitz den Premier. „Es wird zu keiner Zerreißprobe kommen“, versicherte Renzis Sprecher Lorenzo Guerini.Renzi zu Letta: „Er verwaltet nur noch“Letta war zuletzt in den Reihen seiner eigenen Mitte-links-Partei unter Druck geraten.Renzi hatte zuletzt fast täglich Lettas Regierungsarbeit kritisiert und ihm mangelnden Reformwillen vorgeworfen. Der ambitionierte 39-Jährige beschuldigte Letta, Italien nur noch zu verwalten und keine Schritte für Wachstum und Beschäftigung zu ergreifen.Dabei könne sich das nach zwei Jahren Rezession schwer belastete Italien nicht mehr erlauben, Zeit zu verlieren. Medienberichten zufolge will Renzi Letta aus dem Amt drängen.apa