Mittwoch, 16. August 2017

Libanon streicht umstrittenes Gesetz zur Vergewaltigung

Das libanesische Parlament hat auf öffentlichen Druck hin ein umstrittenes Gesetz gestrichen, das Vergewaltigern bei der Heirat ihrer Opfer Straffreiheit gewährte.

Die Aktivistengruppe Abaad sprach von einem „Sieg für die Würde der Frauen“. - Foto: Twitter/Abaad Mena
Die Aktivistengruppe Abaad sprach von einem „Sieg für die Würde der Frauen“. - Foto: Twitter/Abaad Mena

Das Parlament stimmte am Mittwoch dafür, den umstrittenen Paragrafen 522 des Strafgesetzbuchs zu Vergewaltigung, Entführung und Zwangsheirat zu streichen. Frauenrechtsgruppen hatten seit langem gegen das Gesetz protestiert.

Die Aktivistengruppe Abaad sprach von einem „Sieg für die Würde der Frauen“. „Es ist nun nicht länger möglich, der Strafe für Vergewaltigung und gewaltsame und erzwungene sexuelle Handlungen zu entgehen“, erklärte die Gruppe, die die Kampagne gegen das Gesetz angeführt hatte.

Es hatte Vergewaltigern erlaubt, eine Strafe zu umgehen, wenn sie ihre Opfer heiraten.

Laut Aktivisten war die Praxis vor allem in ländlichen Regionen verbreitet. Genauere Informationen zur Zahl der Fälle liegen nicht vor.

Erst vor 2 Wochen hatte das jordanische Parlament ein ähnliches Gesetz abgeschafft. Auch Tunesien hatte im Juli mit einem Gesetz zur „Beendigung aller Gewalt gegen Frauen“ eine ähnliche strafrechtliche Bestimmung gestrichen.

apa/afp

stol