Dienstag, 10. Januar 2017

Liberale im EU-Parlament lehnen Grillo ab - 5-Sterne-Gründer empört

Der geplante Wechsel der euro-kritischen Fünf-Sterne-Bewegung in die liberale Fraktion im Europaparlament ist geplatzt. „Es gibt nicht genügend Gemeinsamkeiten“, erklärte Liberalen-Fraktionschef Guy Verhofstadt am Montagabend in Brüssel zur Begründung. Nach dem Scheitern seiner Pläne reagiert Beppe Grillo wütend. Seine Partei sei Opfer eines Vetos der „Führungselite“.

Beppe Grillo ist empört über die Ablehnung der liberalen Fraktion im EU-Parlament.
Beppe Grillo ist empört über die Ablehnung der liberalen Fraktion im EU-Parlament. - Foto: © LaPresse

Der Beitritt in die pro-europäischen ALDE-Fraktion hätte seiner Gruppierung eine raschere Umsetzung ihres Programms ermöglicht, argumentierte Grillo auf seinem Blog am Montag. „Alle möglichen Kräfte haben sich gegen uns in Bewegung gesetzt. Wir haben am System gerüttelt, wie noch nie zuvor“, schrieb Grillo.

„Es bleiben zu viele Diskrepanzen bei europäischen Kernthemen“, sagte hingegen am Montagabend Guy Verhofstadt. Der Fraktionsvorstand der pro-europäischen Alde lehnte die Aufnahme ab, hieß es ergänzend. Bei Fragen von gemeinsamem Interesse, etwa in den Bereichen Umwelt, Transparenz oder direkte Demokratie, wollten beide Seiten aber weiter eng zusammenarbeiten, so Verhofstadt.

Derzeit ist die Fünf-Sterne-Bewegung mit den EU-Gegnern um Nigel Farage liiert. In einer Online-Abstimmung unter den Parteimitgliedern sprachen sich 78,5 Prozent dafür aus, dass die 17 Abgeordneten die Fraktion Europa der Freiheit und der Demokratie (EFD) verlassen und in die Fraktion der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE) wechseln, wie der Gründer der Bewegung, Beppe Grillo, am Montag auf seinem Blog mitgeteilt hatte.

apa/dpa

stol