Donnerstag, 31. März 2016

Libyens Einheitsregierung in Tripolis: Es wird geschossen

Wenige Stunden nach dem Eintreffen der Einheitsregierung in Libyen ist es zu Zusammenstößen zwischen Unterstützern und Gegnern gekommen.

Fayez Seraj bei seiner Ankunft in Tripolis. Neben der friedlichen Atmosphäre schießen die Rebellen.
Fayez Seraj bei seiner Ankunft in Tripolis. Neben der friedlichen Atmosphäre schießen die Rebellen. - Foto: © APA/AFP

Dabei sei ein Anhänger der zunächst siebenköpfigen Einheitsregierung getötet worden, sagte ein für die Sicherheit der Mitglieder verantwortlicher General in der Nacht auf Donnerstag. Drei Personen seien bei den Kämpfen in der Hauptstadt Tripolis verletzt worden.

Im Stadtzentrum waren heftige Schusswechsel zu hören. Ein bekannter Fernsehsender, der als Gegner der Einheitsregierung gilt, wurde geschlossen.

Die Einheitsregierung unter der Führung des neuen Ministerpräsidenten Fayez Seraj (al-Sarraj) war am Mittwoch unter hohen Sicherheitsvorkehrungen über den Seeweg von Tunesien nach Tripolis gelangt. Dort residieren sie zunächst in einem Marinestützpunkt.

Seraj kündigte an, nun an einem Waffenstillstand, einer nationalen Aussöhnung und der Rückkehr von Vertriebenen sowie der Bekämpfung des IS zu arbeiten.

Der Westen hofft, dass die Regierung der nationalen Einheit der wachsenden Bedrohung Einhalt bieten kann, die von der Extremistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) ausgeht. Der IS hat das politische Chaos in dem nordafrikanischen Land genützt, um seine eigene Einflusssphäre auszuweiten. Libyen stellt zudem ein Einfallstor für Flüchtlinge dar, die versuchen, aus Afrika über das Mittelmeer in die EU zu gelangen.

apa/reuters

stol