Dienstag, 03. Juli 2018

Libysche Küstenwache bekommt weitere Schiffe aus Italien

Italien schickt zwölf weitere Schiffe zur Unterstützung der libyschen Küstenwache, die Migranten von der Fahrt über das Mittelmeer abhalten soll. Das kündigte die Regierung in Rom an. Bereits 2017 hatte Libyen vier Schiffe aus Italien erhalten, hinzu kam die Ausbildung der libyschen Küstenwache. Libyen ist das wichtigste Transitland für Flüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Europa wollen.

Libyen ist eines der wichtigsten Transitländer für Flüchtlinge. - Foto: APA (AFP)
Libyen ist eines der wichtigsten Transitländer für Flüchtlinge. - Foto: APA (AFP)

Nach dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 herrscht in dem nordafrikanischen Land ein Bürgerkriegschaos. Die Küstenwache fängt jedoch derzeit im Westen Libyens regelmäßig Boote ab. Nach italienischen Angaben hat sie in sechs Monaten rund 10.000 Migranten aufgenommen.

Italiens neue Regierung aus rechter Lega und den populistischen Fünf Sternen verfolgt eine harte Politik gegenüber Migranten und verweigert auch Schiffen von Rettungsorganisationen das Anlaufen italienischer Häfen. Vor allem Italiens Innenminister Matteo Salvini macht Stimmung gegen die Nichtregierungsorganisationen, die der Lega-Politiker für Helfer der Menschenschlepper hält.

Bei einem erneuten Untergang eines Flüchtlingsbootes vor der libyschen Küste werden nach örtlichen Behördenangaben 63 Menschen vermisst. An Bord seien 104 Menschen gewesen, sagte der General Ajub Kacem in der Nacht auf Dienstag. 41 Flüchtlinge konnten demnach gerettet werden.

Kacem berief sich bei seinen Angaben auf die Berichte der Überlebenden. Das Schlauchboot mit den Flüchtlingen an Bord ging demnach am Sonntag unter. Das Unglück habe sich vor der Küste von Garabulli rund 50 Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis ereignet. Die 41 Geretteten trugen demnach Rettungswesten.

apa/dpa

stol