Montag, 07. August 2017

Libysche Küstenwache fängt mehr als tausend Flüchtlinge ab

Innerhalb weniger Tage hat die libysche Küstenwache mehr als 1000 Migranten von Holz- und Gummibooten im Mittelmeer gerettet und zurück in das Bürgerkriegsland gebracht. Seit Freitag seien insgesamt 1124 Menschen in den Hoheitsgewässern gerettet worden, teilte die Internationale Organisation für Migration am Montag auf Anfrage mit.

Die libysche Küstenwache hat in den letzten Tagen mehr als 1000 Migranten von Holz- und Gummibooten im Mittelmeer gerettet und zurück ans Festland gebracht. - Foto: Twitter/ IOM
Die libysche Küstenwache hat in den letzten Tagen mehr als 1000 Migranten von Holz- und Gummibooten im Mittelmeer gerettet und zurück ans Festland gebracht. - Foto: Twitter/ IOM

Beim jüngsten Einsatz am Montagmorgen wurden 155 Menschen, darunter 18 Frauen und 10 Kinder, nahe der Hauptstadt Tripolis ausfindig gemacht. Italienischen Medienberichten zufolge kommen die Geretteten aus verschiedenen Ländern Afrikas, etwa aus Marokko, Tunesien, Algerien und dem Sudan, aber auch aus Staaten südlich der Sahara und aus Syrien.

Menschenrechtsorganisationen warnen immer wieder davor, Migranten zurück nach Libyen zu bringen. Sie befürchten, dass sie dort in Lagern unter menschenunwürdigen Bedingungen leben und Gewalt ausgesetzt sind.

Italien hatte in der vergangenen Woche den Weg für einen Einsatz der Marine freigemacht, der die libysche Küstenwache in der Bekämpfung von Menschenschmuggel nach Europa unterstützen soll. Die Regierung in Rom erhofft sich davon auch eine Kontrolle der Flüchtlingsströme.

Bereits im Juli war die Zahl der Ankömmlinge in Italien mit 11.459 im Vergleich zum Juni (23.526) und zum vergangenen Juli (23.552) stark gesunken.

apa/dpa

stol