Samstag, 22. Oktober 2016

Libysche Marine dementiert Angriff auf Flüchtlingsboot

Die libysche Marine hat Vorwürfe der deutschen Hilfsorganisation Sea Watch zurückgewiesen, ein Flüchtlingsboot angegriffen und den Tod mehrerer Menschen verursacht zu haben.

Foto: © APA/AFP

Soldaten einer Patrouille seien am Freitag an Bord eines Hilfsschiffes gegangen, um zu überprüfen, weshalb sich das Schiff in libyschen Hoheitsgewässern aufhielt, sagte ein Sprecher der Marine am Samstag in Tripolis.

„Die Besatzung gibt vor, dass wir sie angegriffen haben und es mehrere Tote gab. Aber das stimmt nicht, und wir fordern sie auf, Beweise für diesen Zwischenfall vorzulegen“, ergänzte er.

Sea Watch: "Boot geentert und mit Knüppeln auf Migranten losgegangen"

Nach Darstellung von Sea Watch enterte die Besatzung eines Bootes der Küstenwache ein Schlauchboot mit etwa 150 Menschen an Bord und ging mit Knüppeln auf die Migranten los. An Bord des Flüchtlingsbootes sei Panik ausgebrochen.

Es sei umgekippt, und der Großteil der Menschen sei ins Wasser gerutscht. Die Helfer von Sea Watch hätten sich zwar bemüht, möglichst viele von ihnen zu retten.

120 Flüchtlinge seien gerettet worden und sollten nach Italien gebracht werden. Mindestens vier Menschen seien jedoch ertrunken, vermutlich sogar eine zweistellige Zahl.

Der Vorfall habe sich knapp 26 Kilometer vor der libyschen Küste ereignet, als die Helfer von Sea Watch den Menschen in dem Flüchtlingsboot Schwimmwesten und Medikamente hätten aushändigen wollen. Die beiden Boote der Helfer seien auf aggressive Art und Weise besetzt worden.

apa/reuters

stol