Was am Ende zählt, ist nicht, wie viel Kompetenz und Wissen eigentlich vorhanden ist, sondern ob das Gelernte in diesem einen alles entscheidenden Moment auch abgerufen werden kann.<BR /><BR /><b>Von Doris Ebner</b><BR /><BR />Vielleicht haben Sie sich beim Lesen des Vorspanns gerade gewundert. In den vergangenen vier Wochen haben wir uns an dieser Stelle intensiv mit dem Thema Lampenfieber auseinandergesetzt – und nun, kurz vor Beginn eines neuen Monats, soll es auf einmal um Schulabschlüsse gehen? Ja, soll es! Prüfungen sind nämlich nichts anderes als Auftritte unter ganz besonderen Umständen, bei denen sich all das zeigen kann, was auch auf der Bühne eine Rolle spielt. Schlaflose Nächte vor dem großen Tag, zitternde Hände, Zweifel, Unsicherheiten, Angst und Panik. Kein Wunder, wissen wir doch, was auf dem Spiel steht. Unser Gehirn erkennt eine mögliche Gefahr, die Alarmglocken schrillen, Körper und Nervensystem reagieren, bis wir rational nichts mehr ausrichten können. Und genau deshalb ist es so wichtig, früh genug gegenzusteuern – bei Schulabschlüssen und jeglichen anderen Leistungskontrollen, die uns im Laufe unseres Lebens abverlangt werden. <BR /><BR /><b>Viele kleine Schritte führen zum Ziel:</b> Um vor einer Prüfung die Nerven nicht zu verlieren, ist es hilfreich, in kleinen Schritten zu denken, anstatt sich das große Ganze mit all seinen möglichen Folgen ständig vor Augen zu halten. Lenken Sie Ihren Fokus also auf das, was Sie als Nächstes tun können, um Ihrem Ziel ein Stück weit näher zu kommen: auf die nächste Lerneinheit oder einen kleinen Bereich, in dem es noch Wiederholungsbedarf gibt. Das spart Energie und sorgt dafür, dass die Vorbereitung so effizient wie möglich gestaltet werden kann. Dasselbe gilt für die Prüfungssituation selbst. Arbeiten Sie sich auch da Schritt für Schritt vor, anstatt sich von einem scheinbar unüberwindbaren Berg an Aufgaben und Anforderungen einschüchtern zu lassen. <BR /><BR /><b>Den Feind zum Freund machen:</b> Wenn Nervosität und Aufregung spürbar werden – egal, ob bereits Tage zuvor oder direkt im entscheidenden Moment –, versuchen Sie nicht, sie zu bekämpfen. Ärgern Sie sich auch nicht, sondern probieren Sie, die Perspektive zu wechseln. Dass Ihr Körper reagiert, bedeutet schlicht und einfach, dass das, worum es geht, wichtig ist. Es klingt banal, doch dieser kleine Switch im Denken kann unglaublich viel bewirken. Denn was wir zu verdrängen versuchen, kommt meist mit doppelter und dreifacher Wucht wieder zu uns zurück. Was wir hingegen akzeptieren, verliert nach und nach seinen Schrecken und bestimmt nicht mehr über uns. <BR /><BR /><b>Vorbereiten – aber richtig:</b> Beschäftigen Sie sich nicht nur damit, den Inhalt regelmäßig zu wiederholen, sondern bereiten Sie sich auf die Situation selbst vor. Versetzen Sie sich gedanklich immer wieder in den Prüfungsmoment, durchleben Sie ihn und stellen Sie sich dabei vor, wie Sie souverän und ruhig bleiben. Dies gibt Ihrem gesamten System Sicherheit. Probieren Sie außerdem aus, was Ihnen hilft, zu entspannen und in einen Zustand von Selbstvertrauen und Mut zu kommen: Atemübungen, Power-Posen, das Hören Ihrer Lieblingsmusik oder ein passender Duft. Kreieren Sie sich daraus eine kleine Prüfungsroutine – fünf bis zehn Minuten, die Sie vor jeder Lerneinheit wiederholen, um die richtige Ausgangslage zu schaffen. Zur Prüfung nehmen Sie diese Routine dann als Anker mit. Sie werden sehen, das Gefühl ist ein anderes – und am Ende auch das Ergebnis. <h3> Zur Person</h3><div class="img-embed"><embed id="1172901_image" /></div> <BR />Doris Ebner ist diplomierte Neuromentaltrainerin. Im Rahmen ihrer Ausbildung hat sie ihre Faszination für die Gehirnforschung und die Kraft der Gedanken entdeckt und erfahren, welche Möglichkeiten darin verborgen liegen. Ihre besondere Begeisterung gilt dem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, weshalb sie mit Leidenschaft ihr Wissen an andere Menschen weitergibt und sie auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben unterstützt. Zudem hat Doris Ebner Germanistik und Musik studiert und arbeitet als Redakteurin.