Mittwoch, 27. Juni 2018

„Lifeline“ kann Mittwochabend in Malta anlegen

Maltas Regierungschef Joseph Muscat hat am Mittwoch angekündigt, dass das Flüchtlingsschiff „Lifeline“ in Malta anlegen kann.

Malta hat sein OK gegeben, dass die Lifeline anlegen darf.
Malta hat sein OK gegeben, dass die Lifeline anlegen darf. - Foto: © APA/AFP

„Ich denke, dass das Schiff heute Abend unsere Küsten erreichen wird“, sagte Muscat.

Das von der Dresdner Hilfsorganisation Mission Lifeline betriebene Schiff harrt seit Tagen mit mehr als 230 Flüchtlingen an Bord im Mittelmeer aus, da Italien und auch Malta bisher ein Anlegen an ihren Häfen verweigert hatten. (STOL hat berichtet)

Italien begrüßt die Aufnahme der „Lifeline“ in Malta

Innenminister und Vizepremier Matteo Salvini sprach von einem „Erfolg der italienischen Regierung“: „Das illegale Schiff 'Lifeline' wird in Malta eintreffen, wo es zu Kontrollen gestoppt wird. Das ist ein weiterer Erfolg der italienischen Regierung. Nach Jahren leerer Worte sieht man in einem Monat Tatsachen“, so Salvini auf Facebook. „Die 'Lifeline' fährt nach Malta. Das ist ein großer Erfolg für Italien, der auch zum Erfolg für Europa werden kann, wenn Solidarität über Egoismus überwiegt“, erklärte der italienische Verkehrsminister Danilo Toninelli, der für die italienischen Häfen verantwortlich ist.

„Gravierendste Attacke gegen die Demokratie“

Die Ex-EU-Menschenrechtskommissarin und frühere italienische Außenministerin Emma Bonino betonte, dass in Italien die „gravierendste Attacke in der Geschichte der Republik gegen die Demokratie und die Verfassung im Gang ist“.

Die Chefin der proeuropäischen Partei „PiuEuropa“ beklagte sich über die zunehmend bedeutende Rolle von Innenminister Salvini in der neuen Regierung: „In drei Woche ist Salvini zum Außen-, zum Wirtschafts-, zum Verkehrs-, zum Europa- und zum Gesundheitsminister geworden. Man muss achtgeben.“

apa/stol

stol