Mittwoch, 07. Dezember 2016

Linksradikale protestierten vor Scala-Premiere in Mailand

Vor Beginn der Saisonpremiere der Mailänder Scala ist es am Mittwochabend zu einem Protest linksradikaler Anhänger gekommen. Die Demonstranten, die für Sozialwohnungen und Beschäftigung protestierten, versuchten eine Polizeisperre zu umgehen und sich der Scala zu nähern. Dabei warfen sie Rauchbomben.

Proteste in Mailand.
Proteste in Mailand. - Foto: © LaPresse

Die Protestierenden bewarfen die Sicherheitskräfte außerdem mit Eiern und Gemüse und wurden von der Polizei zurückgedrängt, berichteten italienische Medien. Die Demonstranten skandierten Slogans gegen die scheidende Regierung von Premier Matteo Renzi.

Vor der Scala-Premiere waren in Erwartung von Protesten schärfste Sicherheitsvorkehrungen ergriffen worden. Mehrere Politiker, darunter Staatschef Sergio Mattarella, mussten ihre Teilnahme an der Premiere wegen der Regierungskrise in Rom absagen. Scala-Intendant Alexander Pereira verlas vor Beginn der Aufführung eine Botschaft Mattarellas.

Traditionelle Eröffnung 

Die Saisoneröffnung wurde an der Scala am Mittwochabend mit der Originalversion von Puccinis „Madama Butterfly“ gefeiert. Scala-Musikdirektor Riccardo Chailly stand am Pult, Alvis Hermanis führte Regie. „Madama Butterfly“ wurde an der Scala 112 Jahre nach ihrer Premiere in der Mailänder Fassung des Jahres 1904 aufgeführt, die später von Dirigent Arturo Toscanini abgeändert wurde.

Die Saison der Scala wird traditionsgemäß am 7. Dezember eröffnet, dem Tag des Heiligen Ambrosius, Patron der Stadt Mailand. Im Premierenpublikum befanden sich Spaniens Ex-König Juan Carlos, Schauspieler Roger Moore und der Startänzer Roberto Bolle.

stol