Samstag, 08. Oktober 2016

Litauen, Polen besorgt über atomwaffenfähige Raketen in Kaliningrad

Litauen hat sich über die Stationierung von atomwaffenfähigen Kurzstreckenraketen in der benachbarten russischen Ostsee-Exklave Kaliningrad besorgt gezeigt.

Symbolbild
Symbolbild - Foto: © shutterstock

Russland halte Militärmanöver in Kaliningrad ab, „deren Szenario auch die Stationierung von Iskander-Raketensystemen und deren mögliche Nutzung beinhaltet“, sagte der litauische Außenminister Linas Linkevicius am Samstag der Agentur AFP.

Modifizierte Iskander-Rakten hätten eine Reichweite von bis zu 700 Kilometern und könnten somit von Kaliningrad aus auch Berlin erreichen, sagte er. Russland hatte bereits 2015 bei umfangreichen Militärmanövern während der Ukraine-Krise Iskander-Raketen in Kaliningrad stationiert.

Dieses Mal wolle Moskau „Zugeständnisse des Westens“ im Zusammenhang mit den Konflikten in Syrien und der Ukraine bekommen, sagte der litauische Außenminister.

Polens Verteidigungsminister findet Aktivität "sehr alarmierend"

Der polnische Verteidigungsminister Antoni Macierewicz sagte in Warschau, die russischen Aktivitäten seien „sehr alarmierend“. Er wollte die erneute Stationierung von Iskander-Raketen in Kaliningrad jedoch nicht bestätigen. Auch Polen grenzt an Kaliningrad.

Estnische Medien hatte am Freitag berichtet, dass die Raketen auf einem zivilen russischen Schiff auf der Ostsee unterwegs seien. Linkevicius wollte diese Berichte nicht kommentieren.

Die osteuropäischen Länder sehen sich seit der russischen Annexion der Halbinsel Krim von der Ukraine im Jahr 2014 in ihrer Sicherheit bedroht. Zudem organisierte Russland an den Grenzen zu den osteuropäischen NATO-Staaten eine Reihe großer Manöver. Die NATO stationiert deshalb in den drei baltischen Staaten und Polen ab 2017 jeweils ein Bataillon mit bis zu tausend Soldaten.

apa/afp

stol