Donnerstag, 12. Mai 2016

Lob und Kritik für neues Gesetz zu Homo-Partnerschaften

Jahrzehntelang kämpften sie, nun dürfen Homosexuelle in Italien feiern. Ihre Partnerschaften werden auch in dem katholischen Land in Zukunft gesetzlich anerkannt. Doch es gibt auch Kritik.

Foto: © LaPresse

Das neue umstrittene Gesetz zur Anerkennung homosexueller Partnerschaften in Italien ist von Schwulen und Lesben gefeiert und von Konservativen kritisiert worden.

„Eine große Erleichterung, eine Verabredung mit der Geschichte, die zu lange aufgeschoben wurde“, sagte Gabriele Piazzoni von Italiens größtem Homosexuellen-Verband Arcigay. In Rom wurde der Trevi-Brunnen am Abend in Regenbogenfarben angestrahlt.

Zuvor hatte das Abgeordnetenhaus am Mittwochabend dem umstrittenen Gesetzentwurf zugestimmt und damit den Weg frei gemacht für die gesetzliche Anerkennung homosexueller Partnerschaften.

Katholische Kirche kritisiert

Kritik kam von konservativen Parteien und der katholischen Kirche. „Sie beziehen nicht mit ein, dass ein großer Teil des Landes dieses Gesetz nicht will“, sagte der sizilianische Erzbischof Michele Pennisi der Zeitung „La Repubblica“. Parteichef Matteo Salvini von der rechtspopulistischen Lega Nord rief die Bürgermeister seiner Partei auf, die Umsetzung des Gesetzes zu boykottieren.

Italien ist das letzte westeuropäische Land, in dem homosexuelle Partnerschaften zuvor keine rechtliche Grundlage hatten. Auch der Europäische Menschenrechtsgerichtshof hatte dies kritisiert.

Italiens Regierungschef Matteo Renzi, der seit seinem Amtsantritt für das Gesetz gekämpft hatte, bezeichnete den Tag als „Feiertag für viele“. „Wenn eine Sache richtig ist, wird sie gemacht“, sagte er „Radio Capitale“. „Wenn man deshalb Stimmen verliert, ist es richtig so.“

In dem katholisch geprägten Italien war jahrzehntelang über die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften diskutiert worden. Der Entwurf war daraufhin mehrmals verändert und verwässert worden, unter anderem wurde ein Passus gestrichen, der homosexuellen Paaren das Recht auf Adoptionen zugestanden hätte. Im Januar hatten im ganzen Land Hunderttausende für und gegen das Gesetz demonstriert.

dpa

stol