Montag, 18. Juli 2016

Louisiana: 29-Jähriger erschießt 3 Polizisten

Vor zehn Tagen Dallas, jetzt Baton Rouge: Wieder nimmt ein Schütze US-Polizisten ins Visier. Die Nation ist erneut geschockt, Präsident Obama versucht zu trösten und redet ins Gewissen.

Wieder Gewalt gegen Polizisten: Dieses Mal fielen die tödlichen Schüsse in Baton Rouge.
Wieder Gewalt gegen Polizisten: Dieses Mal fielen die tödlichen Schüsse in Baton Rouge. - Foto: © APA

Nach neuen tödlichen Schüssen auf Polizisten im US-Staat Louisiana rätselte die Polizei am Sonntagabend (Ortszeit) über den Hintergrund der Tat. Ein einzelner Mann hatte am Morgen in Baton Rouge das Feuer auf mehrere Polizeibeamte eröffnet und drei von ihnen getötet. Drei weitere wurden verletzt, einer von ihnen kämpfte Stunden nach den Schüssen um sein Leben, wie die Polizei mitteilte.

Der Täter selbst war schließlich selber von Polizisten getötet worden. Nach US-Medienberichten stammte er aus Kansas City (Missouri) und schoss genau an seinem 29. Geburtstag. Wie es weiter hieß, war der Afroamerikaner früher in der US-Marineinfanterie und wurde 2010 ehrenhaft aus dem Militär entlassen.

Nach Angaben des Senders CNN soll er Interesse an obskuren staatlichen Verschwörungstheorien gezeigt haben. Darauf deuteten Internet-Aktivitäten des Mannes hin.

Handelte wohl allein

Die Polizei in Baton Rouge äußerte sich zunächst nicht zur Identität des Schützen und zu Berichten, nach denen die Polizisten vermutlich gezielt durch einen Anruf in einer Polizeizentrale in einen Hinterhalt gelockt wurden. Sie geht aber nach eigenen Angaben davon aus, dass es nur einen einzelnen Schützen gab. Zunächst war nach zwei möglichen Mittätern gefahndet worden.

Die Schüsse fielen zehn Tage nach der Ermordung von fünf Polizisten in Dallas. Sie erhöhten auch die Besorgnis, dass es bei geplanten Demonstrationen am Rande des am Montag beginnenden Parteitages der US-Republikaner in Cleveland (Ohio) zu weiterer Gewalt kommen könnte.

Obama: „Feige Tat“

US-Präsident Barack Obama verurteilte die Schüsse in Baton Rouge als „feige“ Tat und rief die Amerikaner erneut zu einem Schulterschluss gegen Gewalt auf. Ähnlich äußerte sich auch die voraussichtliche Präsidentschaftskandidatin der Demokratin, Hillary Clinton. Ihr wahrscheinlicher republikanischer Wahlrivale Donald Trump forderte „Gesetz und Ordnung“ in den USA.

dpa

stol