Samstag, 05. März 2016

Lula gibt sich nach Verhör wegen Korruptionsvorwürfen kämpferisch

Nach seiner vorübergehenden Festnahme im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal um den brasilianischen Ölkonzern Petrobras hat sich Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva (2003-11) kämpferisch gezeigt.

Foto: © APA/EPA

„Wenn sie mich bezwingen wollen, dann müssen sie sich mir in den Straßen dieses Landes entgegenstellen“, sagte der Links-Politiker am Freitagabend (Ortszeit) vor Hunderten Anhängern in Sao Paulo.

In einer emotionalen Rede wies der 70-jährige Lula erneut alle Vorwürfe von sich. Unter Tränen erinnerte er zudem daran, wie er während seiner Präsidentschaft zwischen 2003 und 2007 Millionen Brasilianer aus der Armut geholt habe. Dabei trug er ein rotes Shirt mit dem Stern seiner Arbeiterpartei.

Am Vormittag war Lula vorübergehend festgenommen und stundenlang am Sitz der Bundespolizei vernommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, von „zahlreichen Begünstigungen“ von Firmen profitiert zu haben, die im Petrobras-Skandal der Korruption angeklagt sind.

Die ehemalige Ikone der Linken hat stets eine Verwicklung in die milliardenschwere Korruptionsaffäre von sich gewiesen, in die ranghohe Politiker aller Parteien verstrickt sind. Nach seiner Festnahme und der Durchsuchung seines Anwesens reagierte er erbost über das Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden und warf ihnen „juristischen Autoritarismus“ vor.

Die Justizvertreter hätten ihn einfach nur anrufen müssen, sagte Lula vor Journalisten, aber sie hätten es vorgezogen, „Macht und Arroganz“ zu demonstrieren. Er fügte hinzu: „Ich schulde niemandem etwas und fürchte nichts.“

apa/afp

stol