Freitag, 17. Januar 2020

Lunger und Moro: Enorme Lawinengefahr hindert sie am Weitergehen

Wie berichtet sind Extrembergsteigerin Tamara Lunger aus Gummer und der Wahlbozner Simone Moro Ende Dezember 2019 ins Karakorum-Gebirge aufgebrochen. Ihr Ziel: Die Winterüberschreitung von Gasherbrum I (8080 Meter) und Gasherbrum II (8035 Meter). Tamara lässt uns seitdem auf Facebook an (fast) jedem ihrer Schritte teilhaben. Im letzten Post berichtet sie von der enormen Lawinengefahr am Berg,

Diese Aufnahme zeigt Tamara Lunger  und Simone Moro beim mühsamen Aufstieg. Gepostet wurde dieses Foto von Tamara am 8. Jänner auf Facebook.
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Diese Aufnahme zeigt Tamara Lunger und Simone Moro beim mühsamen Aufstieg. Gepostet wurde dieses Foto von Tamara am 8. Jänner auf Facebook. - Foto: © Tamara Lunger/Facebook

Das Unterfangen der beiden Extremsportler ist äußerst wagemutig: Gelungen ist die Überschreitung der beiden Achttausender ohne Zwischenstopp im Basislager vor ihnen bislang nur 2 Menschen: Im Juni 1984 schafften die beiden Südtiroler Reinhold Messner und Hans Kammerlander das bis dahin Undenkbare.

Tamara Lunger und Simone Moro versuchen dasselbe – nur eben im Winter. Wie man auf Facebook erfährt, herrscht derzeit in jenem Gebiet, wo sich die beiden gerade aufhalten, enorme Lawinengefahr. Aus einem nepalesischen Trekkingportal entnimmt man, dass der Winter dieses Jahr besonders hart sei, derzeit herrschen am GasherbrumI Temperaturen von unter – 30 Grad.

Viele spontane Lawinenabgänge

Tamara Lunger gibt am 14. Jänner auf Facebook Auskunft über die kritische Situation am Berg und auch über ihren Seelenzustand.

„Die Enttäuschung heute war wirklich groß. Wir haben die Stufe erreicht, es hat aufgehört zu schneien, aber die Lawinengefahr ist enorm. Spontane Abgänge vom Weg im Tal, womit man besonders hoch oben, wo wir uns befinden, inmitten von breiten und tiefen Spalten, nicht scherzen darf! Es passiert so oft, dass Menschen durch kleine Lawinen sterben, und das wollen wir auf keinen Fall riskieren!

Die ganze Spur ist dahin, und so warten wir (vielleicht Tage), um wieder sicher durch die Garmin-Uhr klettern zu können und nicht eine andere Route suchen müssen.

Beim Abstieg ließ ich mich in den Schnee fallen und schrie (ein gutes Mittel gegen die Wut, und hier hört mich wenigstens keiner!)

Der Berg braucht uns nicht, und wir brauchen den Berg nicht!

Simone sagte zu mir „Bleib ruhig, wir müssen geduldig sein. Der Berg braucht uns nicht und wir brauchen den Berg nicht!“

Aus dem Blickwinkel außerhalb meiner Märchenwelt betrachtet, muss ich ihm Recht geben.

Gott, bitte hilf uns ein bisschen, danke.„

Oggi la delusione è stata davvero grande. Abbiamo la scala e ha smesso di nevicare, ma il pericolo valanghe é enorme....

Pubblicato da Tamara Lunger su Martedì 14 gennaio 2020


Auf die Expedition vorbereitet haben sich die beiden, wie berichtet, unter anderem im terraXcube in Bozen.

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