Freitag, 19. Juni 2015

Machtwechsel in Dänemark: Rechtspopulisten triumphieren

Dänemark bekommt nach der Parlamentswahl eine neue Regierung. Der historische Erfolg der Rechtspopulisten verhilft der Opposition an die Macht. Doch Ministerpräsident wird wohl der Liberale Rasmussen.

Løkke Rasmussen
Løkke Rasmussen - Foto: © APA/EPA

Die Regierung von Helle Thorning-Schmidt hat die Wahl in Dänemark verloren. In der Nacht zum Freitag verkündete die Ministerpräsidentin auch ihren Rücktritt als Vorsitzende der Sozialdemokraten.

Bei der Parlamentswahl am Donnerstag hatte die bürgerliche Opposition eine knappe Mehrheit errungen – vor allem dank eines Rekord-Erfolgs der Rechtspopulisten. Sie sind künftig nach den Sozialdemokraten zweitstärkste Kraft im „Folketing“. Dennoch rückt wohl der Liberale Lars Løkke Rasmussen an die Spitze des Landes.

„Keine besonders gute Wahl“

„Wir haben keine besonders gute Wahl gehabt“, gestand Løkke Rasmussen in der Wahlnacht ein. Trotz herber Verluste habe seine Partei nun „eine Möglichkeit bekommen, in Dänemark die Führung zu übernehmen“.

Wie die aussehen soll, war angesichts des überragenden Ergebnisses der Dänischen Volkspartei aber zunächst noch unklar. Mehr als jede fünfte Stimme (21,1 Prozent) ging an die Rechtspopulisten. „Das ist so unwirklich“, kommentierte deren Chef Kristian Thulesen Dahl.

Die Wahl hatte seine „Dansk Folkeparti“ unter anderem mit dem Ruf nach einem Asyl-Stopp und der Wiedereinführung von Grenzkontrollen gewonnen. Während die „DF“ im neuen Parlament auf 37 Sitze (+15) kommt, stehen den Liberalen künftig nur 34 Sitze (-13) zu. Mit 19,5 Prozent der Stimmen ist sie nur drittgrößte Partei.

dpa

stol