Montag, 08. Januar 2018

Macron hofft auf Wirkung der Sanktionen gegen Nordkorea

In der Krise mit Nordkorea hofft Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf die Wirkung der Sanktionen, um den isolierten Staat an den Verhandlungstisch zurückzuholen. „Ich erwarte viel von dem unerlässlichen Druck, den China auf Nordkorea ausüben kann, um es zu einem Kurswechsel zu ermutigen“, sagte Macron in einem vor dem Besuch am Montag veröffentlichten Interview.

Emmanuel Macron hielt sich 3 Tage in China auf.
Emmanuel Macron hielt sich 3 Tage in China auf. - Foto: © APA/AFP

Der Konflikt um das Atomwaffen- und Raketenprogramm Nordkoreas, die angespannte Lage im Iran, die bilaterale wirtschaftliche Kooperation und die Zusammenarbeit zwischen China und Europa stehen im Mittelpunkt der dreitägigen Visite. Es ist die erste Asien-Reise von Macron seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr.

Während seines Besuches in Peking sollen auch Wirtschaftsabkommen unterzeichnet werden. Airbus hofft auf einen großen Auftrag aus China. (STOL hat berichtet)

Telefonischer Austausch mit Donald Trump

Vor seiner Ankunft in China tauschte sich Macron in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump über Nordkorea und die Entwicklung im Iran aus. Dabei habe Trump die internationale Entschlossenheit unterstrichen, eine Beseitigung der Atomwaffen in Nordkorea zu erreichen, wie das Weiße Haus in Washington mitteilte.

Erste Station des dreitägigen China-Besuches von Macron war am Montag die Stadt Xi'an, die Ausgangspunkt für den antiken Handelsweg der „Seidenstraße“ zwischen China und Europa war. Zusammen mit seiner Frau Brigitte besuchte er dort die berühmte Terrakotta-Armee, bevor er eine Rede zur Zukunft der französisch-chinesischen Beziehungen hielt. Mit seinem Besuch in der alten Kaiserstadt wollte der Präsident symbolisch das Interesse Frankreichs an einer Kooperation in der geostrategischen Initiative von Staats- und Parteichef Xi Jinping für den Aufbau einer „neuen Seidenstraße“ mit Handelskorridoren über Land und See unterstreichen.

In der Initiative, die bei anderen Ländern auch auf Bedenken über Chinas außenpolitische Ambitionen und Einhaltung internationaler Standards stößt, will Frankreich laut Macron „eine führende Rolle spielen“, wie er in dem Interview, das auf der offiziellen Webseite china.org veröffentlicht wurde, sagte. Es sei ein „sehr wichtiges Vorhaben“, das die Verbindungen zwischen Europa und Asien verbessern könne. Beide Seiten sollten ihre Zusammenarbeit dafür ausbauen und konkrete Projekte zur Umsetzung identifizieren.

Macron plädiert für eine ausgewogene Partnerschaft

Während China schon wegen der vornehmlich mit chinesischen Milliarden finanzierten Initiative die Führungsrolle beansprucht, plädierte Macron vielmehr für eine „ausgewogene Partnerschaft, in der die Finanzierungsregeln mit unseren Standards und dem übereinstimmen, was wir gemeinsam anstreben“. Mit den Regierungen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft verschiedener Partnerländer müsse nach Gelegenheiten für eine Zusammenarbeit gesucht werden, sagte Macron.
„Die historischen Seidenstraßen waren nie nur chinesisch“, sagte Macron vor Akademikern und Geschäftsleuten in Xi'an, einem der Ausgangspunkte des ursprünglichen Handelsnetzes. „Diese Straßen können per Definition nur gemeinsam genutzt werden. Wenn es Straßen sind, können sie keine Einbahnstraßen sein.“
Während der dreitägigen Reise wird Macron von einer Delegation von mehr als 50 Unternehmenschefs begleitet, darunter die des Flugzeugbauers Airbus und der Warenhauskette Auchan. Zahlreiche Wirtschaftsverträge sollen unterzeichnet werden, darunter im Bereich Luftfahrt und nicht-militärischer Nutzung von Kernenergie.

APA/dpa/Reuters/AFP

stol