Montag, 16. April 2018

Macron verteidigt seine Reforminitiativen

Knapp ein Jahr nach seiner Wahl zum Präsidenten hat Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron die von ihm angestoßenen Reformen verteidigt. „Ich höre all diese Wut”, sagte Macron am Sonntagabend in einem zweistündigen Live-Interview im Fernsehsender BFM mit Blick auf Kritik an seinen Reformen.

Emmanuel Macron im TV-Interview Foto: APA (AFP)
Emmanuel Macron im TV-Interview Foto: APA (AFP)

Am Tag seiner Wahl am 7. Mai 2017 habe er versprochen, dass Land zu einen. Dies könne aber „nicht über Nacht geschehen”. In seinem ersten Amtsjahr hat Macron umfangreiche Reformen angeschoben, darunter auf dem Arbeitsmarkt.

Für heftige Proteste sorgt derzeit insbesondere die von ihm angestoßene Bahnreform. Macron will die staatliche Bahngesellschaft SNCF ab 2020 wie von der EU beschlossen für den Wettbewerb öffnen. Die Gewerkschaften fürchten eine Privatisierung und protestieren vor allem gegen die geplante Abschaffung des beamtenähnlichen Status der Bahnbeschäftigten. Zuletzt gab es deshalb massive Streiks.

Kritik an Studentenprotesten 

Macron äußerte sich zudem kritisch zu den derzeitigen Studentenprotesten in Frankreich. Die demonstrierenden Studenten stellten „eine Minderheit” dar, sagte Macron. Er wiederholte seinen Vorwurf, dass es mehrheitlich „professionelle Aufwiegler” seien, welche landesweit Universitäten besetzten.

Die Studenten protestieren gegen eine Reform des Hochschulzugangs. Erst in der vergangenen Woche hatte die französische Polizei die renommierte Sorbonne-Universität in Paris geräumt, die von rund 200 Studenten besetzt worden war.

apa/ag.

stol