Sonntag, 15. Januar 2017

Mädchenschmuck in NS-Vernichtungslager gefunden

Bei Ausgrabungen in dem ehemaligen NS-Vernichtungslager Sobibor in Polen haben Forscher persönlichen Schmuck von Holocaust-Opfern gefunden.

Foto: © shutterstock

Unter den Fundstücken sei auch ein Anhänger, der vermutlich einem Mädchen aus Frankfurt gehört habe, teilte die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem am Sonntag mit.

Auf einer Seite des dreieckigen Anhängers stehen auf Hebräisch die Worte „Mazal tov“ (herzlichen Glückwunsch) und das Geburtsdatum 3. Juli 1929 sowie die Ortsangabe Frankfurt a. M. – auf der anderen Seite sind der hebräische Buchstabe „Hej“ zu sehen, der auch Gott symbolisiert, sowie drei kleine Davidsterne.

Fundort war Stelle, wo Lagerinsassinnen sich auf dem Weg in die Gaskammer ausziehen mussten

Der Anhänger sowie andere Schmuckstücke und Uhren seien bei Ausgrabungen von Forschern aus Polen, Israel und den Niederlanden gefunden worden, hieß es in der Mitteilung. Der Fundort befindet sich vermutlich an der Stelle, an der die Frauen und Mädchen sich auf dem Weg in die Gaskammern ausziehen und sich die Haare scheren lassen mussten.

Dabei fielen die persönlichen Gegenstände vermutlich unter die Holzdielen.

Yad Vashem geht davon aus, dass der Anhänger einem Mädchen namens Karoline Cohn gehörte. Er ähnele stark einem Anhänger des im KZ Bergen Belsen ermordeten jüdischen Mädchens Anne Frank, das durch sein Tagebuch weltberühmt wurde. Cohn und Frank seien im selben Jahr in Frankfurt geboren worden und möglicherweise verwandt, hieß es in der Mitteilung.

dpa

stol