Im Interview erlaubt er Einblicke in ein Leben im Einsatz für die Jugend. <BR /><BR /><b>Waren Sie überrascht darüber, wie haben Sie davon erfahren?</b><BR /><BR />Klaus Nothdurfter: Ja, völlig überrascht. Da ich auch politisch tätig war und den Brief des Landeshauptmannes Günther Platter erhalten habe, dachte ich zuerst an eine Abschiedseinladung anlässlich seines Mandatsendes. <BR /><BR /><b>Was verbinden Sie mit dieser Ehrung?</b><BR />Nothdurfter: Es ist eine Anerkennung all der Werte und Haltungen, die ich gelebt und auch in meiner beruflichen Tätigkeit immer versucht habe umzusetzen. <BR /><BR /><b>Was hat Sie angetrieben bzw. gereizt, sich so konsequent im Jugendbereich zu engagieren?</b><BR />Nothdurfter: Mir hat der Umgang mit Kindern und jungen Menschen immer schon viel Freude bereitet. Es ging mir auch darum, die Jugendlichen mit einzubinden, sie sollen mitbestimmen und mitgestalten können. Und sie sollen stark, fit und selbstbewusst werden, eine Lebenslust entwickeln. Man soll sie auch in ihren Talenten fördern. Eine Grundvoraussetzung ist jedenfalls, dass man sie uneingeschränkt mögen muss.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="810284_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><b>Sie waren auch Jugendführer im Alpenverein Südtirol. Was haben Sie dort alles unternommen?</b><BR />Nothdurfter: Das war ein tolles, manchmal auch anstrengendes Programm. Wir haben da mit unseren Schützlingen fast das ganze Jahr über jeden zweiten Sonntag eine Bergwanderung unternommen, im Winter sind wir Ski gefahren. Es ging auch darum, den jungen Menschen eine Perspektive zu geben, Erfahrungen weiterzugeben beziehungsweise sammeln zu können. Damals hatten wir keine Bedenken, heutzutage muss man viel vorsichtiger sein, sich gegen alle Unwägbarkeiten absichern. So gingen wir beispielsweise stets einmal im Herbst zum „Birkenreiten“, ein Unterfangen, das aufgrund der vielfältigen Risiken und Vorschriften wohl nicht mehr durchführbar wäre.<BR /><BR /><embed id="dtext86-55970945_quote" /><BR /><BR /><b>Weiters sind Sie von allem Anfang an im Forum Prävention Vorstandsmitglied. Was hat sich da so alles verändert?</b><BR />Nothdurfter: Ich bin seit der Gründung im Jahr 2001 dabei. Unsere Aufgabe ist es vor allem, dem Team, immerhin sind dort 35 Mitarbeiter tätig, den nötigen Rückhalt zu bieten. Geändert haben sich die Vorbeugungsmaßnahmen. Wir haben vermehrt Jugendliche mit Essstörungen. Geblieben sind immer noch Suchtprobleme aller Art.<BR /><BR /><b>Hauptberuflich waren Sie mehr als ein Vierteljahrhundert lang Direktor im Landesamt für Jugendarbeit. Was konnten Sie hier alles bewegen?</b><BR />Nothdurfter: Ich konnte mit 3 verschiedenen Landesräten (Bruno Hosp, Sabina Kasslatter Mur und Philipp Achammer) eine wirklich konstruktive und fruchtbringende Zusammenarbeit pflegen, die im Jugendbereich viel ermöglicht hat. So haben wir unter anderem 2 mehrjährige Jugendförderungsprogramme aufgelegt, die Qualitäts- und Entwicklungsmaßnahmen beinhalteten. Wichtig war, dass diese Initiativen von allen mitgetragen wurden und für alle Beteiligten einen großen Nutzen darstellt. Dadurch konnten viele neue Strukturen, vor allem auf Gemeindeebene, aufgebaut werden. Das war aber nur mit einem exzellenten Team zu verwirklichen, dabei hat mich besonders Brigitte Walcher effizient unterstützt und entlastet. <BR /><BR /><b>Welchen Stellenwert messen Sie Ihrem Verdienstkreuz zu?</b><BR />Nothdurfter: Ich finde, es ist ein kleiner Beitrag, den Stellenwert der Jugendarbeit in unserem Land zu steigern. <BR /><h3> Zur Person Klaus Nothdurfter</h3>Der in Brixen im Jahr 1954 geborene, aber in Bozen aufgewachsene Klaus Nothdurfter hat noch 6 jüngere Brüder. Er maturierte 1974 am Realgymnasium in Bozen, war aber schon in jungen Jahren mit der Jugendarbeit eng verknüpft – als erster Mitarbeiter im Jugendbereich in der Dompfarre. Der damalige Landtagsabgeordnete Herbert Denicolò holte ihn 1979 als seinen direkten Mitarbeiter in das neugegründete Amt für Jugendarbeit, wo er sich zuerst mit dem Thema Weiterbildung beschäftigte. Ab 1993 bis zu seiner Pensionierung 2019 leitete Nothdurfter das Amt für Jugendarbeit. Er ist verheiratet und hat 2 erwachsene Kinder.