Sonntag, 22. April 2018

Manifest gegen „mörderischen Antisemitismus“ in Frankreich

Etwa 300 Persönlichkeiten haben in Frankreich öffentlich dazu aufgerufen, den Kampf gegen Antisemitismus zur „nationalen Angelegenheit“ zu machen. Das am Sonntag veröffentlichte „Manifest gegen den neuen Antisemitismus“ in der Zeitung „Le Parisien“ unterzeichneten unter anderem der frühere Präsident Nicolas Sarkozy und drei ehemalige Ministerpräsidenten.

Auch Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat das „Manifest gegen den neuen Antisemitismus“ unterzeichnet.
Auch Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat das „Manifest gegen den neuen Antisemitismus“ unterzeichnet. - Foto: © APA/AFP

Auch Oberrabiner Haim Korsia und der emeritierte Erzbischof von Straßburg, Joseph Dore, setzten ihre Unterschrift darunter. Frankreich sei zum „Schauplatz eines mörderischen Antisemitismus“ geworden, beklagen sie. Auch Stars wie Charles Aznavour und Gerard Depardieu schlossen sich dem Appell an.

In der jüngsten Geschichte seien elf Juden ermordet, einige von ihnen gefoltert worden, „weil sie Juden waren“. Täter seien radikale Islamisten gewesen, heißt es mit Blick auf die Terroranschläge in Toulouse und Paris in den Jahren 2012 und 2015 sowie mehrere Morde in Paris und seinen Vororten.

Der wachsende Antisemitismus in Frankreich wurde ignoriert

Wachsender Antisemitismus sei ignoriert worden, weil ein Teil der französischen Eliten islamistischen Extremismus als Ausdruck einer sozialen Revolte gesehen habe. Zudem sei in abscheulichen Wahlkampfkalkulationen davon ausgegangen worden, dass es zehnmal mehr muslimische als jüdische Stimmen gebe.

„Wir fordern, dass der Kampf gegen diesen Bankrott der Demokratie, der Antisemitismus ist, zu einer nationalen Angelegenheit wird, bevor es zu spät ist“, mahnen die Unterzeichner.

apa/dpa

stol