Donnerstag, 11. Oktober 2018

Mann wollte sich am US-Wahltag in die Luft sprengen

Die US-Polizei hat einen Mann festgenommen, der sich beim Kongress in die Luft sprengen wollte. Der 56-Jährige habe mit der Aktion am Tag der Kongresswahlen am 6. November die öffentliche Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Wahlmodus lenken wollen: Die Bestimmung von Volksvertretern per Losentscheid, teilte die Bundesstaatsanwaltschaft in Manhattan am Mittwoch mit.

Nach seiner Festnahme drohen dem Mann zehn Jahre Haft Foto: APA (Archiv/AFP)
Nach seiner Festnahme drohen dem Mann zehn Jahre Haft Foto: APA (Archiv/AFP)

Der Mann habe nur sich töten und sonst niemanden in Mitleidenschaft ziehen wollen, hieß es weiter. Allerdings hätte es nach Einschätzung der Bundespolizei FBI leicht zu weiteren Opfern und großen Schäden kommen können. Nun drohen dem Mann wegen der Herstellung von Sprengstoff und dessen Transport zwischen Bundesstaaten bis zu zehn Jahre Haft.

Die Polizei hatte den Mann bei einer Verkehrskontrolle gestoppt, nachdem dieser zuvor einen Journalisten über seine Pläne informiert hatte, hieß es weiter. Bei einer Durchsuchung seines Hauses im Norden von New York entdeckten die Ermittler einen Sprengsatz mit rund 90 Kilogramm Sprengstoff.

In den Vernehmungen hatte der Verdächtige demnach eingestanden, er habe sich auf der berühmten National Mall zwischen Lincoln Memorial und Kapitolshügel in Washington am Wahltag in die Luft sprengen wollen.

Verfechter der Demarchie

Gerichtsdokumenten zufolge ist der Mann ein Verfechter der Demarchie, einer demokratischen Herrschaftsform, in der politische Ämter durch eine Art Losverfahren und nicht durch Wahlen bestimmt werden.

Er habe alleine gehandelt und gehöre keiner terroristischen Gruppierung an, berichtete NBC weiter unter Bezug auf nicht namentlich genannte Quellen in den Behörden.

apa/ag.

stol