<b>Von Alexander Zingerle</b><BR /><BR />Womit beginnen? Man könnte die ellenlange Filmografie des Produzenten Markus Frings auflisten oder es doch zunächst mit seinem Naturell versuchen. Da wäre etwa der immense Gestaltungsdrang des 54-jährigen Blondschopfs, die beständige Suche nach immer wieder neuen Projekten und Abenteuern. Zwar verschlägt es ihn zuweilen ins Rampenlicht – etwa als Moderator, aber nicht nur –, doch grundsätzlich sieht er seinen Platz hinter den Film- und Bühnenkulissen. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1378926_image" /></div> <BR /><BR />Markus Frings ist jemand, der sich gerne auf das große Ganze fokussiert, an Konzepten feilt, die Finanzierungen sicherstellt, die Netzwerke auf neue Möglichkeiten durchforstet. Er hat sich angewöhnt, die ganz dicken Bretter zu bohren.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1378929_image" /></div> <BR /><BR />„War's das jetzt, habe ich mich mit 50 gefragt“, spricht er einen entscheidenden Gedankengang an, als er zusammen mit Marco Polo eine Reportage über die Coronapandemie für den ORF drehte und dabei beruflich erstmals richtig außerhalb Südtirols tätig war. Durch neue Kontakte schnupperte er an neuen Ideen, dank der IDM-Filmkommission kam er zu Messen und Festivals auf europäischer Ebene. Folglich beteiligte er sich 2024 als Koproduzent an der internationalen historischen Krimiserie „Von Fock“ mit mehreren Drehtagen in Südtirol. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1378932_image" /></div> <BR /><BR />Als Produzent tritt er zudem immer wieder mal bei großen Events (etwa der beliebten Sportgala) oder auch beim Südtiroler Kinoereignis „Joe der Film“ in Erscheinung – beim ersten Teil durch die Genossenschaft Mediaart, beim soeben abgedrehten Nachfolger durch seine Produktionsfirma Moviemento im Verbunde mit Albolina Film. „Joe der Film“ trägt zwar die unverkennbare Handschrift von Thomas Hochkofler (Regie, Hauptdarsteller und Drehbuch zusammen mit Robert Ausserer), allerdings kann ein derartiges Unterfangen nur mit einem kompetenten Team gestemmt werden. <h3> Beim Produzenten laufen alle Fäden zusammen</h3>„Wie schon beim ersten Teil haben wir vollends auf die lokale Filmszene gesetzt und sind das Projekt sehr sportlich angegangen“, resümiert Markus Frings kurz nach Abschluss der Dreharbeiten. 26 Drehtage, an die 75 Schauspieler, eine 40-köpfige Crew und ein ordentlich aufgestockter Budgetrahmen (2,5-mal größer als bei Teil 1) – für Südtiroler Verhältnisse ist „Joe der Film 2“ ein Mammutprojekt sondergleichen. Doch die Feststellung, dass ganz Südtirol der für den 4. März 2027 anvisierten Premiere entgegenfiebert, ist wohl nicht übertrieben. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1378935_image" /></div> <BR /><BR />Markus Frings wird dabei nicht müde, den Mehrwert von Filmproduktionen hervorzuheben: „Es war goldrichtig, in Südtirol konsequent auf das Filmmetier zu setzen. Fachleute werden hier ausgebildet und beschäftigt, das Land tritt in seinen vielen Facetten nach außen in Erscheinung und noch dazu wird ein Vielfaches der Fördersummen wieder hier ausgegeben – mehr Win-win-Situation geht ja nicht.“ <BR /><BR />Jedoch fordert das Filmmetier unweigerlich auch seinen Tribut. Eng getaktete Zeitpläne, risikoreiche Vorfinanzierungen und unliebsame Überraschungen auf dem Set gehören wie selbstverständlich dazu. Mit diesem Druck muss man umzugehen wissen. „Natürlich wälze ich mich oft im Bett hin und her, weil doch sehr große Summen im Spiel sind, aber was soll ich machen – ich liebe den Film nun mal“, meint der 54-Jährige. <h3> Ein dunkles Kapitel bewältigt</h3>Heute sprüht der am Ritten aufgewachsene Filmemacher nur so vor Energie und Ideen, doch das war nicht immer so. Vor fast 20 Jahren hatte er das dunkelste Kapitel seines Lebens zu bewältigen. Die Sinnkrise hatte mehrere Ursachen, vor allem galt es die konfliktreiche Beziehung mit seinem Vater aufzuarbeiten. „Ich habe mir professionelle Hilfe geholt und bin 2008 den Jakobsweg gepilgert, um mit mir wieder ins Reine zu kommen“, blickt er zurück. Diese schwere Zeit gehöre zu seinem Werdegang dazu, es sei wichtig, dazu zu stehen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1378938_image" /></div> <BR /><BR />„Nach wie vor sind für mich meine Familie als Anker und Bewegung als Ausgleich unverzichtbar“, zeigt er auf. Seit bald 30 Jahren ist er mit seiner Frau Brigitte zusammen, die beiden haben zwei erwachsene Kinder. „Wir kochen sehr gerne zusammen, wenn es die Zeit zulässt, schieben wir den einen oder anderen Segeltörn ein und mein Sohn begleitet mich hin und wieder bei einer Bergtour“, gibt er einen kleinen Einblick in sein Familienleben. <h3> Laufen für das Wohlbefinden</h3>Für sein Wohlbefinden braucht er aber auch sportliche Herausforderungen. Bis vor wenigen Jahren waren dies große Laufevents, heute sind es eher Berg- und Gipfelerlebnisse. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1378941_image" /></div> <BR /><BR />Sechs Marathons hat Markus Frings bestritten, jenen in New York 2019 zusammen mit dem langjährigen Weggefährten Thomas Hochkofler. „Für mich war und ist das Laufen immer ein mentaler Prozess, der mir die Erkenntnis beschert, auch schwierige Situationen meistern zu können“, erzählt er. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1378944_image" /></div> <BR /><BR />Zu seinen schönsten Gipfelerlebnissen zählt er den Langkofel, den Ortler und die Große Zinne. Im heurigen Sommer bestieg er zusammen mit Bergführer Christoph Hainz die Kleine Zinne. <BR /><BR /><embed id="dtext86-76959155_listbox" /><BR /><BR />Klar, dass er somit auch Filme und Dokus über das Laufen oder die Faszination Berg (etwa mit Reinhold Messner oder Tamara Lunger) produziert oder mitgestaltet hat. Derzeit ist er vor allem mit einer sechsteiligen Schweizer TV-Serie über Sherlock Holmes eingespannt. Aber das ist wieder ein anderes Kapitel, eine neue Geschichte.<BR /><BR /><embed id="dtext86-76959154_listbox" />