Bürgermeister Friedrich Mittermair spricht von einem Zustand, der für die Gemeinde und ihre Bewohner nicht akzeptabel sei.<BR /><BR />Die Sache sei absehbar gewesen, meint Bürgermeister Friedrich Mittermair: Die Schulferien, das lange Allerheiligenwochenende und das Kaiserwetter – im Pustertal und besonders in Prags war alles angerichtet für Tourismustage. Dass es aber so viele Gäste werden würden, hatte offenbar doch keiner gedacht. Jedenfalls wälzte sich seit den Morgenstunden des Allerheiligentages eine Autokolonne in Richtung Wildsee. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1092252_image" /></div> <BR /><BR />Und am Allerseelentag war die Lage noch schlimmer. Schnell waren die Parkplätze beim See voll, sodass die Nachkommenden im Stau steckten, der länger und länger wurde. Zeitweise, so erzählen Anrainer, soll er bis zur Taleinfahrt gereicht haben. Und auch auf der Pustertaler Straße ging zum Teil gar nichts mehr weiter.<h3> Ärger in der Bevölkerung</h3>Der Ärger der Bewohnerinnen und Bewohner der kleinen Gemeinde Prags war riesengroß – und Mittermair bekam ihn in aller Härte zu spüren. „Ich habe an beiden Tagen fast pausenlos telefoniert und nach Lösungen gesucht“, sagt er. Eine Menge Vorwürfe und auch Beschimpfungen habe er über sich ergehen lassen müssen, erzählt er. Dabei sei er der Letzte, der etwas für den Massenansturm könne. Der Gemeindepolizist habe getan, was in seiner Macht gestanden sei, meint Mittermair.<BR /><BR />Von „Übertourismus“ will der Bürgermeister dennoch nichts hören. „Wir haben nicht Overtourismus, sondern zu viel Tagestourismus.“ Und diesen gelte es mit geeigneten Mitteln und vor allem mithilfe der Behörden in den Griff zu bekommen. „Leider hat man uns diesbezüglich an diesen Tagen total allein gelassen“, ist Mittermair fuchsteufelswild. „Die Polizeikräfte müssen uns einfach zur Seite stehen!“ Man könne nicht alles einer kleinen Gemeinde mit etwa 600 Einwohnern zuschieben, die dann selbst schauen müsse, wie sie aus dem Schlamassel herauskomme. „Wir hatten einen Zustand, der nicht akzeptabel ist“, spricht Mittermair Klartext.<BR /><BR /> Auch in Sachen Sicherheit sei es furchtbar gewesen, klagen Anrainer. Weil die Straße regelrecht zu war, hätten die Rettungskräfte bei einem Notfall möglicherweise gar nicht an den Unglücksort gelangen können. „Eine Katastrophe!“<BR /><BR />So schlimm wie zu Allerheiligen sei es in Prags noch nie gewesen, meint Mittermair. „Und ich hoffe, dass das in Zukunft anders wird“, stellt er den Behörden und den Tourismusverantwortlichen im Land die Rute ins Fenster.