Freitag, 26. Januar 2018

Massengrab mit Dutzenden Leichen im Irak entdeckt

Im Nordirak ist ein Massengrab mit Dutzenden Leichen entdeckt worden. Offenbar seien mehr als 75 Zivilisten und Sicherheitskräfte in dem Grab nahe der Stadt Hawija verscharrt worden, sagte der Gouverneur der Provinz Kirkuk, Rakan Zaid al-Juburi am Freitag. Die Opfer seien von Kämpfern der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) erschossen worden.

In den vergangenen Monaten fand man bereits 13 Massengräber mit hunderten Toten.
In den vergangenen Monaten fand man bereits 13 Massengräber mit hunderten Toten. - Foto: © APA/EPA

Irakische Truppen hatten die IS-Miliz Anfang Oktober aus der rund 300 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Stadt vertrieben.

In den vergangenen Monaten waren in der Region nach Angaben des Gouverneurs bereits 13 Massengräber mit hunderten Toten entdeckt worden. Es sei mit weiteren Leichenfunden zu rechnen, sagte al-Juburi. Zahlreiche Bewohner umliegender Dörfer, unter ihnen viele Sicherheitskräfte, würden nach wie vor vermisst. Sie seien vermutlich ebenfalls vom IS ermordet worden.

Die IS-Miliz hatte im Juni 2014 ein „Kalifat“ in großen Teilen Syriens und des Irak ausgerufen, nachdem sie in einer Blitzoffensive die irakische Armee und die kurdischen Truppen bis vor Erbil und Bagdad zurückgedrängt hatte. Seit 2015 sind die Jihadisten aber auf dem Rückzug und wurden aus einer Stadt nach der anderen vertrieben. Im Dezember verkündete Iraks Regierungschef Haider al-Abadi den Sieg der Regierungstruppen über den IS. Kurz zuvor hatte bereits Russland erklärt, dass die Miliz in Syrien vollständig besiegt sei.

apa/afp

stol