Dienstag, 22. September 2015

Mattarella – „Stacheldraht ist illusorische Lösung“

Staatschef Sergio Mattarella hat beim sogenannten Arraiolos-Treffen europäischer Staatsoberhäupter auf der Wartburg in den ostdeutschen Städten Eisenach und in Erfurt vor Grenzschließungen gewarnt.

Der italienische Präsident Sergio Mattarella - Archivbild
Der italienische Präsident Sergio Mattarella - Archivbild

Stacheldraht sei angesichts der massiven Flüchtlingswelle eine „illusorische Lösung“, sagte Mattarella nach Angaben italienischer Medien.

Der italienische Präsident drängte die EU-Mitgliedstaaten, eine einheitliche Strategie im Umgang mit der Flüchtlingsproblematik zu finden und Meinungsverschiedenheiten zu überwinden. Die Gefahr sei ansonsten, dass jene Solidarität zerstört werde, die im Wirtschafts- und Sicherheitsbereich aufgebaut worden sei.

„Man muss die Angst überwinden und darf heutige Probleme nicht mit den Lösungen der Vergangenheit in Angriff nehmen“, mahnte Mattarella.

Der Staatschef, der am vergangenen Mittwoch auch bei seinem Besuch in Wien mit Bundespräsident Heinz Fischer über die Flüchtlingsproblematik beraten hatte, rief die EU zu „weitsichtigen Beschlüssen“ auf. Die Flüchtlingskrise müsse gelöst werden, allerdings nicht von den einzelnen EU-Ländern, sondern von Europa als ganzes.

apa

stol