Samstag, 09. April 2016

Medwedew verteidigt Waffenlieferungen an Aserbaidschan und Armenien

Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew hat Waffenlieferungen an die verfeindeten Kaukasus-Staaten Armenien und Aserbaidschan verteidigt.

Der russische Ministerpräsident Dimitri Medwedew. - Archivbild.
Der russische Ministerpräsident Dimitri Medwedew. - Archivbild. - Foto: © APA/AP

Wenn Russland nicht liefere, würden andere Verkäufer diesen Platz einnehmen, sagte er am Samstag dem Fernsehsender Rossija-1 in Moskau. So behalte Russland aber auch eine gewisse Kontrolle über das Kräfteverhältnis in der Region. In dem umkämpften Gebiet Berg-Karabach warfen Aserbaidschaner und Armenier einander am Samstag vor, die Waffenruhe zu verletzen.

Der seit Jahrzehnten schwelende Konflikt war am vergangenen Wochenende mit schweren Kämpfen wieder aufgeflammt, bei denen mehr als 80 Menschen starben. Russland unternahm große diplomatische Anstrengungen, dass die Gefechte wieder beendet werden. Medwedew sagte der Agentur Interfax zufolge, der Konflikt sollte besser eingefroren bleiben, als mit Blutvergießen gelöst zu werden.

Russland ist die traditionelle Schutzmacht des christlichen Armeniens und hat dort Soldaten stationiert. Zugleich hat Moskau in den letzten Jahren bei der massiven Aufrüstung des muslimischen Aserbaidschans geholfen. Medwedew wies angebliche Vorwürfe des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zurück, Russland sei in dem Konflikt Partei. Erdogan gieße damit nur Öl ins Feuer, sagte er.

dpa

stol