Donnerstag, 04. Juni 2015

Mehr als 30.000 demonstrieren friedlich gegen G7-Gipfel

Rund 34.000 Menschen haben in München friedlich gegen den anstehenden G7-Gipfel protestiert. Unter dem Motto „TTIP stoppen – Klima retten – Armut bekämpfen“ zogen sie am Donnerstag durch das Zentrum der bayerischen Landeshauptstadt.

Zehntausende Demonstranten hatten sich am Münchner Karlsplatz eingefunden.
Zehntausende Demonstranten hatten sich am Münchner Karlsplatz eingefunden. - Foto: © APA/EPA

Mit einer großen Kundgebung haben Gegner des G-7-Gipfels ihre Proteste gegen das Treffen der sieben wichtigen Industrienationen in Deutschland eingeläutet.

Unter dem Motto „TTIP stoppen – Klima retten – Armut bekämpfen“ gingen am Donnerstag in München nach Polizeiangaben 34.000 Menschen auf die Straße. Zu schaffen machte den Demonstranten nach Angaben der Polizei die große Hitze. Zwischenfälle wurden zunächst nicht bekannt.

Auch rund um den Tagungsort am Fuße der Zugspitze blieb es am Donnerstag ruhig. In Elmau treffen sich am Sonntag und Montag die Staats- und Regierungschefs der G-7-Staaten.

 

Der Anti-G7-Gipfel-Protestzug durch München. (Foto: epa)

Zu dem bunten Protest in München hatten diverse Parteien und Nichtregierungsorganisationen aufgerufen. Vor allem das geplante TTIP-Freihandelsabkommen der EU mit den USA war Thema auf der Kundgebung. Nach dem Auftakt zogen die Menschen in einem Demonstrationszug durch München.

Der prominente Schweizer Globalisierungskritiker Jean Ziegler (81) nennt das Treffen der Repräsentanten von sieben wichtigen Industrienationen „total verlogen“. Deren Regierungen seien nur reine Ausführungsgehilfen der Industrie. „Die Macht ist in den Konzernetagen“, sagte der Berater des UNO-Menschenrechtsrates der dpa in München.

Ziegler kritisiert die G-7-Staaten dafür, dass sie aus seiner Sicht das Spekulieren mit Grundnahrungsmitteln nicht verhindern. Auch beim Gipfel vor acht Jahren in Heiligendamm habe man über den Hunger in der Welt diskutiert. Geschehen sei aber nichts.

Knapp drei Monate nach den gewalttätigen Ausschreitungen bei der Eröffnung des Neubaus der Europäischen Zentralbank in Frankfurt bereitet den Sicherheitsbehörden rund um Elmau am Alpenrand der mögliche Aufmarsch von Autonomen Kopfzerbrechen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hatte am Mittwoch betont, es würden „mindestens zwei- bis dreitausend gewaltbereite Leute“ erwartet.

Nach Angaben von Polizeisprecher Hans-Peter Kammerer sind Autonome bereits in Garmisch-Partenkirchen eingetroffen. „Wir spüren durch Kontrollen sehr wohl, dass sich linksextreme autonome Personen hier aufhalten“, sagte er.

Zum Schutz des Gipfels sind mehr als 19.000 Beamte im Einsatz – 17.000 in Deutschland, 2.100 im benachbarten Tirol. Herrmann sprach vom größten Polizeieinsatz der bayerischen Geschichte.

apa/dpa

stol