In Bibliotheken treffen sich Menschen um sich austauschen, um an Veranstaltungen teilnehmen oder um sich auch in ein Brettspiel oder ein Buch zu vertiefen. Das Angebot wird nun wieder erweitert: Gaming wird nun fest in den Programmen einiger Südtiroler Bibliotheken verankert. Das Ziel ist es, Spiele in all seinen Formen als gleichwertiges kulturelles Medium zu etablieren und allen Menschen – unabhängig von Alter oder Vorkenntnissen – vielfältige und zugängliche Lern- und Begegnungsräume zu bieten.<BR /><BR />„Bibliotheken sind dritte Orte, das Wohnzimmer der Gemeinde, in dem sich Menschen allen Alters gerne aufhalten. Diese Aufgabe nehmen die Bibliothekar*innen ernst und beteiligen sich engagiert an neuen Entwicklungen“, sagt Marion Gamper, Direktorin des Amtes für Bibliotheken und Lesen. Und auch Landesrat Philipp Achammer bezeichnet „Gaming in Bibliotheken“ als konkreten Beitrag zu einer alltagsnahen Medienbildung: „Gaming gehört für viele junge Menschen zum Alltag. Die entscheidende Frage ist nicht, ob gespielt wird, sondern wie bewusst und verantwortungsvoll damit umgegangen wird. Bibliotheken sind dafür der richtige Ort: offen, zugänglich und ohne erhobenen Zeigefinger.“<BR /><BR />Medienkompetenz für alle Generationen in 12 Südtiroler Bibliotheken<BR />Die Bibliotheken Girlan, Haslach, Jenesien, Kaltern, Lana, Meran, Nals, Natz-Schabs, Olang, St. Martin in Passeier, Terlan und Vahrn sind Teil des vom Amt für Bibliotheken und Lesen finanzierten Projekts, das bis Ende 2027 läuft. Jede Einrichtung wird individuell vom Medien- und Spielpädagogen Hannes Waldner begleitet, um die Umsetzung auf die spezifischen Rahmenbedingungen vor Ort zuzuschneiden. Dabei wird neben dem langjährigen Partner Bibliotheksverband Südtirol auch mit dem Gaming Verein DUNG und verschiedenen Jugendeinrichtungen zusammengearbeitet.<BR /><BR />Das Projekt verfolgt ein klares medienpädagogisches Ziel. Es geht darum, Medienkompetenz zu entwickeln und Spiele als Kultur-Medien „zu lesen“: „Wie jedes andere Medium erfordern Videospiele die Fähigkeit zur Reflexion und Einordnung. Die Südtiroler Bibliotheken wollen aktiv dazu beitragen, dass Bürgerinnen und Bürger jeden Alters lernen, kritisch zu hinterfragen: Was spiele ich? Wann? Warum? So kann ich auch den Wert und die Qualitäten von Spielen erkennen“, sagt Gaming-Experte Waldner.<BR /><BR />Das Spektrum der entwickelten Ansätze reicht von der Gestaltung von Gaming-Bereichen in der Bibliothek über Veranstaltungen bis hin zur Beteiligung an internationalen Formaten: In der Öffentlichen Bibliothek St. Martin in Passeier werden junge Menschen zur Fachjury, die sich an der Wahl des TOMMI Gaming Awards – eines der größten deutschsprachigen Kinder-Spielepreise – beteiligen kann. In der Öffentlichen Bibliothek Lana wird ein besonderer „Gaming-Cube“ aufgebaut, eine physische Spiele-Oase, in der die neuesten Spiele in Ruhe ausprobiert werden können. <BR /><BR />Die Stadtbibliothek Meran verwandelt sich in die „Pen-and-Paper-Rollenspiel-Bibliothek“ Südtirols und lädt Besucherinnen und Besucher zu immersiven Spielerunden in fantastischen Welten ein. In den Öffentlichen Bibliotheken Nals und Jenesien liegt der Fokus stärker auf der Familienkompetenz: Eltern werden über das Medium Video Games aufgeklärt und Infomaterial zu altersgerechten und empfehlenswerten Spiele-Erlebnissen ausgearbeitet.