Die Ortsansässigen wissen natürlich von der privilegierten Lage des Schlosses Kallmünz mit seinem großen Park, die allermeisten kennen auch den Schlossherrn bestens. Schließlich ist Meinhard Khuen derart stark im Stadtleben verwurzelt, dass man früher oder später fast zwangsläufig mit ihm zu tun hat. <BR /><BR />Doch außerhalb von Meran bzw. des Burggrafenamts ist sein Name wenig geläufig – denn er ist nicht politisch aktiv, steht keinem Verband vor und sucht ohnehin nicht die Aufmerksamkeit. Lieber bereitet er die Bühne für andere. Und so betätigt er sich seit vielen Jahren als Impulsgeber für die alternative Kulturszene in Meran. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1323102_image" /></div> <BR />Über den Kunstverein Kallmünz stellt er seit 1989 zusammen mit engagierten Mitstreitern Ausstellungen, Kabarett-Tage, Kunsthandwerks- und Flohmärkte sowie das Straßenkunstfestival Asfaltart auf die Beine. Letzthin betätigte man sich auch als Ausrichter des internationalen Kabarettpreises Salzburger Stier. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1323105_image" /></div> <h3> Ein Feuerwerk mit 238 Shows</h3>Gerade Asfaltart hat sich im Laufe der Jahre zu einer Attraktion von überregionaler Bedeutung entwickelt. „Wir durften hier schon Künstler aus allen Ecken der Welt begrüßen, wobei heuer nochmals alles eine Nummer größer wird“, erklärt Meinhard Khuen mit Blick auf die Jubiläumsausgabe. <BR /><BR />An die 150 Künstler brennen an drei Tagen ein Feuerwerk von 238 Shows ab, Artisten, Jongleure, Gaukler und Musiker werden die Passerstadt in ein kunterbuntes, fantasievolles Tohuwabohu verwandeln. Mit dabei seit Jahren sind auch die Anrainergemeinden Dorf Tirol und Schenna.<BR /><BR /> „Wir möchten den Menschen ein Lachen ins Gesicht zaubern, ihnen unbeschwerte Glücksmomente bescheren“, sagt Meinhard Khuen. Die Idee zum Straßenkunstfestival hatte einst Joachim „Jogi“ Ellmenreich, als umtriebiger Kaufmann ebenso stark im Stadtleben präsent. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1323108_image" /></div> <BR />Damit rannte er bei Meinhard Khuen offene Türen ein. Er blickt zurück: „Den Kunstverein Kallmünz hatte ich noch zu Studienzeiten zusammen mit meiner Frau Christina im fernen Jahr 1989 gegründet, um das Haus mit österreichischen und Südtiroler Künstlern zu bespielen. Die geplante Ausstellung kam zwar nicht zustande, dafür hatten wir aber einen Verein.“<h3> Kulturell äußerst involviert</h3>Während er im Café am Meraner Sandplatz von den Anfängen erzählt, wird er immer wieder mal unterbrochen: Lieferanten melden sich, eine Frau muss einen Termin abklären, Leute grüßen, das Telefon klingelt.<BR /><BR /> Doch Meinhard Khuen bleibt locker, ihn bringt nichts so schnell aus der Ruhe. Mit Claudia Bellasi und Jordi Beltramo kümmern sich zwar zwei Mitstreiter um die künstlerische Leitung von Asfaltart, dennoch ist er Ansprechperson für alles Mögliche. <BR /><BR /><embed id="dtext86-75144718_listbox" /><BR /><BR />„Ich versuche mich dort einzubringen, wo ich es für wichtig halte und wo es notwendig ist“, sagt er und zählt einige weitere Initiativen auf – darunter die Schlossfestspiele Tirol, bis 2024 die Freilichtspiele Lana oder das Streicherensemble Conductus. Bei allen hilft bzw. half er mit Abrechnungen, Verträgen und finanztechnischer Expertise, die er sich über die Jahre angeeignet hat. <BR /><BR />Sein Fokus galt schon immer den vielen Initiativen und dem Stadtleben und nicht dem Besitz oder dem Privaten. „Ach, es gibt hier im Park, im Garten und vor allem im Wohnhaus so vieles zu tun, dafür möchte ich mir unbedingt etwas mehr Zeit nehmen“, lässt er wissen und lädt zu einer Besichtigungstour. <BR /><BR />Über den steilen Treppenturm geht es direkt ins Unterdach, wo eine bemerkenswerte Sammlung von etwa 130 Grammophonen und Phonographen vor sich hinschlummert. „Hier haben wir im Jahr 1991 geheiratet, und ich bekam von einem Freund ein Grammophon geschenkt. Meine Neugier war geweckt“, geht er auf die Anfänge dieser außergewöhnlichen Sammelleidenschaft ein. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1323111_image" /></div> <h3> Ein Dachboden voller Grammophone</h3>Zwischen den charakteristischen Trichtergrammophonen, transportablen Koffergrammophonen, Grammophonen für Kinder und dem historischen Vorläufer des Plattenspielers, dem Phonographen mit seinen walzenförmigen Tonträgern, wähnt man sich in einem prähistorischen Musikladen. Die dazu passende Musik gibt es in Form von etwa 6.000 Schellacks, dem Vorläufer der modernen Vinylschallplatte. <BR /><BR />Die vielen historischen Tonträger müssen erst noch katalogisiert werden, damit man auch das gewünschte Chanson oder die Bluesnummer gleich zur Verfügung hat. Der Schlossherr stöbert liebend gerne zwischen alten Objekten, folglich richtet er über das Stadtviertelkomitee Steinach alljährlich auch einen Flohmarkt (sowie Künstlermarkt) aus. <BR /><BR />Nach und nach hat sich somit dieses bemerkenswerte Grammophon-Potpourri angesammelt. Ein Faible hat er zudem für Espressomaschinen, die entsprechende Sammlung von 120 Stück ziert eine Stellage im ersten Stock. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1323114_image" /></div> <BR />Etwa ein Dutzend Bilder der Burgruine Festenstein von unterschiedlichen Malern säumen dagegen eine Ecke des Treppenturms. Die über dem Etschtaler Dorf Andrian thronende Burgruine wurde von Meinhard Khuen im Jahre 2008 erworben, um sie in Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt aufwendig zu restaurieren. <BR /><BR />Seit drei Jahren ist Festenstein wieder für Besucher zugänglich. Künftig möchte Meinhard Khuen etwas kürzertreten und sich mehr dem Privatleben zuwenden. Aber man kann davon ausgehen, dass er mit seinen Initiativen noch lange Zeit die Passerstadt beleben wird – die Ideen und die Motivation werden so schnell nicht versiegen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1323117_image" /></div> <BR /><embed id="dtext86-75144714_listbox" />