Montag, 29. Februar 2016

Merkel bekräftigt Kurs: „Verdammte Pflicht“

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die EU-Partner erneut eindringlich zu einer gemeinsamen Lösung der Flüchtlingskrise aufgerufen und nationale Alleingänge wie jenen Österreichs kritisiert.

Angela Merkel bei Anne Will
Angela Merkel bei Anne Will - Foto: © APA/DPA

„Das ist genau das, wovor ich Angst habe: Wenn der eine seine Grenze definiert, muss der andere leiden. Das ist nicht mein Europa“, sagte sie am Sonntagabend in der ARD-Talkshow von Anne Will.

„Meine verdammte Pflicht und Schuldigkeit besteht darin, dass dieses Europa einen gemeinsamen Weg findet“, betonte Merkel.

Niemand solle glauben, dass durch einseitige Grenzschließungen die Probleme beseitigt werden könnten, sagte sie in Anspielung auf die von Österreich orchestrierte Politik auf der Balkanroute. Bei ihrer Politik leite sie der Gedanke, „dass Europa nicht kaputtgeht“, unterstrich die deutsche Kanzlerin.

Merkel bekräftigte, dass sie keinen „Plan B“ mit nationalen Lösungen wie Grenzschließungen habe. „Ich bin sehr optimistisch, dass uns der europäische Weg gelingt“, sagte sei mit Blick auf den EU-Türkei-Gipfel am 7. März. Persönliche Konsequenzen für den Fall eines Scheiterns schloss sie aus. Sollte es nicht gelingen, werde sie weiter an einem Lösungsansatz arbeiten, der nächste EU-Gipfel sei nämlich am 17. und 18. März.

apa/dpa/reuters/afp

stol