Montag, 27. November 2017

Merkel bietet SPD Gespräche für Neuauflage der Großen Koalition an

Zwei Monate nach der Bundestagswahl in Deutschland gibt es Anzeichen für eine mögliche Neuauflage der Großen Koalition („Groko“) zwischen Christ- und Sozialdemokraten. Kanzlerin und CDU-Parteichefin Angela Merkel bot der SPD am Montag Gespräche an.

Angela Merkel und Martin Schulz könnten doch noch zueinander finden.
Angela Merkel und Martin Schulz könnten doch noch zueinander finden. - Foto: © APA/AFP

Drei Tage vor einem geplanten Spitzentreffen der Parteichefs von CDU, CSU und SPD mit dem deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier betonte Merkel mit Blick auf drängende europäische und internationale Fragen, wie wichtig die Bildung einer stabilen deutschen Regierung sei.

Merkel forderte eine möglichst rasche und vor allem stabile Regierungsbildung. Es gebe national und international die Erwartung eines „handlungsfähigen“ Deutschlands. „Deshalb sind wir bereit, Gespräche mit der SPD aufzunehmen“, sagte Merkel nach einer CDU-Bundesvorstandssitzung in Berlin.

Schulz will SPD-Mitglieder abstimmen lassen

SPD-Chef Martin Schulz schließt eine Zusammenarbeit mit CDU und CSU nicht aus, will sich aber vorerst nicht auf ein konkretes Modell festlegen. „Keine Option ist vom Tisch“, sagte Schulz in Berlin nach einer Sitzung des Parteivorstands.

Egal welche Form der Zusammenarbeit herauskomme, ganz am Ende würden aber die SPD-Mitglieder entscheiden, so der SPD-Chef. Das Präsidium der SPD werde zudem am Freitag zu einer weiteren Sitzung in dieser Woche zusammenkommen, um das Treffen beim Bundespräsidenten zu bewerten.

Nach dem Scheitern der „Jamaika“-Sondierung gelten eine Neuauflage der Großen Koalition sowie eine von der SPD tolerierte Minderheitsregierung als mögliche Alternativen zu einer Neuwahl in Deutschland.

apa/sda/dpa/afp/reuters

stol