Samstag, 17. Oktober 2015

Merkel hält wachsender Skepsis wegen Flüchtlingen Optimismus entgegen

Zwischen EU-Gipfel und Türkei-Besuch zur Flüchtlingskrise macht die Kanzlerin in ihrer politischen Heimat Station – und zeigt sich unbeirrt zuversichtlich. Die CSU fordert eine härtere Gangart.

Foto: © LaPresse

Ungeachtet wachsender Skepsis in der Bevölkerung bleibt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Flüchtlingsfrage demonstrativ optimistisch. „Wir werden das schaffen“, bekräftigte Merkel am Samstag auf einem Kreisparteitag der CDU in ihrem Wahlkreis in Grimmen bei Stralsund.

Bei 60 Millionen Flüchtlingen weltweit sei dies aber eine nationale, europäische und globale Aufgabe.

In der Europäischen Union fehle es an einer fairen Lastenverteilung, kritisierte Merkel. „Alle 28 Mitgliedsstaaten sind sichere Herkunftsstaaten“, betonte die Kanzlerin. „Bislang haben wir Globalisierung erlebt, dass die deutsche Wirtschaft im Ausland gute Geschäfte gemacht hat. Jetzt erleben wir die Schattenseite der Globalisierung – Schattenseite in der Hinsicht, dass so viele Menschen in Not sind.“

Merkel verteidigte ihre Türkeireise am Sonntag. „Europa kann seine Außengrenze nicht allein schützen, wenn wir nicht auch ein Abkommen mit der Türkei schließen.“ Da müsse man auch kompromissbereit sein. Mit dem einen Besuch in der Türkei seien nicht alle Probleme gelöst. Aber es sei ein Anfang gemacht.

dpa

stol