Samstag, 30. Mai 2015

Merkel rechnet mit schwierigen Klima-Verhandlungen bei G-7-Gipfel

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel rechnet beim G-7-Gipfel in Elmau mit schwierigen Gespräche zum Klimaschutz. „Die Verhandlungen werden nicht einfacher als in Heiligendamm“, sagt sie der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstagsausgabe) mit Blick auf den G-8-Gipfel 2007, wo es erst nach zähen Verhandlungen eine Einigung auf ein Kapitel zum Klimaschutz gab.

Foto: © LaPresse

Deutschland und Frankreich wollten sich bemühen, in Elmau „möglichst viele Zusagen von den G-7-Ländern jetzt schon zu bekommen“, sagte Merkel. „Aber noch herrscht keine Einigkeit.“

Der G-7-Gipfel findet wenige Monate vor dem Klimagipfel in Paris statt, bei dem ein verbindliches weltweites Abkommen vereinbart werden soll. Auch die Schwellenländer sollen sich dabei erstmals zu Emissionsminderungen verpflichten. Merkel zeigte sich in dem „SZ“-Interview optimistisch, dass das gelingen kann, nicht zuletzt wegen der Zusage Chinas, seine Emissionen binnen 15 Jahren zu senken.

„Wenn sie mich vor fünf Jahren gefragt hätten, ob China zu erklären bereit ist, dass es ab 2030 seine Emissionen reduziert, hätte ich das für schwer möglich gehalten“, sagte Merkel. Damit sei der Einstieg auch der Schwellen- und Entwicklungsländer gegeben. „Nun müssen wir sicherstellen, dass es auch eine Kontrolle gibt.“

Zum Vorschlag ihres Koalitionspartners, dem sozialdemokratischen Vizekanzler Sigmar Gabriel, das deutsche Klimaziel durch einen zusätzlichen Beitrag älterer Braunkohlekraftwerke zu erreichen, äußerte sich Merkel zurückhaltend. „Wirtschaftsminister Gabriel und ich sind uns einig, dass Deutschland seine Klimaziele erreichen muss – und zwar ohne, dass in bestimmten Regionen ein massiver Verlust an Arbeitsplätzen eintritt“, sagte sie. Um die Ziele zu erreichen, „haben alle einen Beitrag zu leisten, beileibe nicht nur im Bereich der Braunkohle“.

apa/afp

stol