Mittwoch, 16. Dezember 2020

Messner bei Lanz: „Wer Freiheiten will, muss Verantwortung zeigen“

Die Brüder Reinhold und Hubert Messner waren am gestrigen Dienstag in der Talkshow von Markus Lanz im ZDF zu Gast und sprachen über ihren Umgang mit der Coronakrise. Hinsichtlich der Corona-Regeln betonte Reinhold Messner: „Je mehr Freiheit ich will, desto mehr Verantwortung muss ich selber übernehmen.“

Das Brüderpaar Reinhold und Hubert Messner war bei Markus Lanz zu Gast.
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Das Brüderpaar Reinhold und Hubert Messner war bei Markus Lanz zu Gast. - Foto: © zdf
Zu einer illustren Runde begrüßte Markus Lanz seine Zuschauer am gestrigen Dienstag: Neben den Messner Brüdern waren auch Theologin Margot Käßmann und Historiker Christopher Clark eingeladen. Die Themen, die in der Sendung behandelt wurden, reichten von historischen Krisen, religiösen Fragestellungen und Literatur bis zum Coronavirus.

Zu Letzterem äußerten sich auch Extrembergsteiger Reinhold Messner und Kinderarzt Hubert Messner. Das Brüderpaar erzählte vom persönlichen Umgang mit der Coronakrise und erklärte, auch in dieser Krisenzeit positive Aspekte finden zu können. Hubert Messner betonte, dass „die Ruhe, das Daheim sein und die Familie das Schöne seien.“

Im Gegenzug berichtete der Mediziner aber auch über seinen freiwilligen Einsatz auf der Covid-Station in Bozen und schilderte die drastische Situation, als im März nur mehr 2 Intensivbetten frei waren.

Reinhold Messner musste das selbstbestimmte Leben, das ihm heilig sei, für die Zeit der Krise zwar aufgeben, „ich habe mir aber meine Nester gemütlich gemacht und bin wieder bereit auszuschwärmen“, erklärte der Bergsteiger.

Hinsichtlich der enormen weltweiten Bemühungen zur Bekämpfung des Virus sagte Messner: „Wir sollten vielleicht lernen, dass wir Menschen keine Chance haben, die Natur in den Griff zu bekommen.“

„Je mehr Freiheit ich will, desto mehr Verantwortung muss ich selber übernehmen“

Zum Umgang mit der Krise äußerte Reinhold Messner einige kritische Ansichten. „Wenn die Regel so dumm ist, dass sie durchschaubar ist von einem einfachen Menschen wie mir, dann darf ich sie auch brechen“, antwortete er, als Moderator Lanz ihn fragte, ob er auch mit einer Maske durch den Wald laufen würde, wenn dies vorgeschrieben wäre. Messner rief vielmehr zur Eigenverantwortung auf: „Je mehr Freiheit ich will, desto mehr Verantwortung muss ich selber übernehmen.“

Auch die Corona-Impfung hielt Messner nicht für die „intelligenteste Antwort“, er würde sich aber aus Solidarität trotzdem impfen lassen.

„Après-Ski ist wirklich fürchterlich, es ist auch peinlich“

Als in der Sendung das Thema des verschobenen Starts der Wintersaison aufkam, nutzte Reinhold Messner die Gelegenheit um seine Kritik am Après-Ski zu unterstreichen: „Après-Ski ist wirklich fürchterlich, es ist auch peinlich.“ Gleichzeitig wies Messner aber auch auf die wirtschaftliche Abhängigkeit vom Wintertourismus der Menschen in den Alpen hin.

„Vielleicht kann die Krise dabei helfen zu erkennen, dass man nicht unbedingt Skifahren muss: Man kann wandern, rodeln, langlaufen. Das Schönste am Winter ist das ganz normale Herumlaufen“, so Messner. Abseits vom Massentourismus könne man so die Natur auf eine neue Art erleben.

pho

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