Freitag, 26. Oktober 2018

Migrationsdebatte in Italien nach Teenager-Mord in Rom

Der Mord an einer 16-Jährigen in Rom heizt die Debatte über Migration in Italien an. Drei wegen Drogenhandels polizeibekannte afrikanische Migranten wurden am Donnerstag in dem Fall festgenommen.

Der Schock sitzt tief. - Foto: Ansa
Der Schock sitzt tief. - Foto: Ansa

Den Männern, zwei aus dem Senegal und einem aus Nigeria, wird vorgeworfen, die Teenagerin im Stadtviertel San Lorenzo unweit des Hauptbahnhofs Termini vergangene Woche unter Drogen gesetzt, vergewaltigt und umgebracht zu haben. (STOL hat berichtet) Die Leiche war in einem verwahrlosten Gebäude gefunden worden, das als Treffpunkt von Kriminellen und Drogendealern gilt.

Desirée Mariottini. - Foto: Ansa

Italiens Innenminister Matteo Salvini, Chef der rechten Lega, forderte exemplarische Strafen für die Täter, die er als „Bestien“ bezeichnete. Die rechtsextremen „Brüder Italiens“ (FdI – Fratelli d Italia) forderten die chemische Kastration für die Täter. Premier Giuseppe Conte meinte, dass es in italienischen Großstädten wie Rom keine verwahrlosten Orte geben dürfe, die zum Hauptquartier für Drogendealer werden. „Das dürfen wir nicht mehr tolerieren“, sagte der Regierungschef.

Die Festnahme der Verdächtigen sehen Sie im Video.

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Der italienische Polizeichef Franco Gabrielli versicherte, dass die Sicherheitskräfte ihr Bestes leisten würden, um die Ordnung in den Städten sicherzustellen. Die Kräfte würden jedoch nicht ausreichen. In den vergangenen Jahren sei zu viel Personal eingespart worden, klagte Gabrielli.

Salvini kündigte nach dem Mord an der Teenagerin einen umfangreichen Plan zur Zwangsräumung besetzter Gebäude in Großstädten an. Der Innenminister hatte am Mittwoch den Ort besucht, wo das Mädchen ermordet wurde. Linksaktivisten skandierten Slogans gegen den Lega-Chef und beschuldigten ihn, den Mord für politische Zwecke zu instrumentalisieren.

apa/stol

stol