Mittwoch, 13. Juni 2018

Migrationsstreit: Salvini droht Frankreich

Der italienische Innenminister Matteo Salvini hat im Streit um das Flüchtlings-Rettungsschiff „Aquarius“ eine Entschuldigung von Frankreichs Regierung gefordert.

Matteo Salvini dreht auf. - Foto: Ansa
Matteo Salvini dreht auf. - Foto: Ansa

„Unsere Geschichte der Solidarität verdient nicht, von Mitgliedern der französischen Regierung heruntergemacht zu werden, und ich hoffe, dass die französische Regierung so schnell wie möglich eine offizielle Entschuldigung vorlegt“, sagte der Chef der Lega am Mittwoch im Senat in Rom. Gebe es keine Entschuldigung aus Paris, würde Italiens neuer Regierungschef Giuseppe Conte nicht zum am Freitag geplanten Treffen mit Präsident Emmanuel Macron kommen, sagte Salvini danach nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa.

In Italien hatten vor allem Aussagen des französischen Regierungssprechers für Unmut gesorgt. Er hatte vom „Beweis einer Form von Zynismus und einer gewissen Verantwortungslosigkeit der italienischen Regierung“ gesprochen. Italien hatte dem Schiff mit Hunderten erschöpften Migranten an Bord die Einfahrt in einen Hafen des Landes verwehrt. Die „Aquarius“ ist nach zwei Tagen Blockade nun unterwegs nach Spanien, wo sie am Samstag ankommen soll.

Salvini sagte, Macron solle „schon von morgen an“ sein Versprechen einhalten, 9000 Migranten zu übernehmen.

dpa

stol