Montag, 20. Juli 2015

Militärische Großübung in Ukraine: Russland warnt vor "explosiven Folgen"

Inmitten der andauernden Spannungen mit Russland hat die ukrainische Armee am Montag ein Großmanöver mit umfangreicher US-Beteiligung im Westen des Landes gestartet.

Ein Großmanöver mit US-Beteiligung hat in der Westukraine begonnen.
Ein Großmanöver mit US-Beteiligung hat in der Westukraine begonnen. - Foto: © APA/DPA

An der knapp zweiwöchigen Übung „Rapid Trident“ nahe der Grenze zu Polen nehmen etwa 1.800 Soldaten aus 18 Staaten teil, die meisten gehören der NATO an. Auch aus den früheren Sowjetrepubliken Moldau und Aserbaidschan, die wie die Ukraine blockfrei sind, wurden Soldaten entsandt.

Die russische Regierung kritisierte das Manöver in der Westukraine am Montag scharf. Es könne „den sichtbaren Fortschritt im Friedensprozess zerstören“ sowie „explosive“ Folgen haben, erklärte das Außenministerium in Moskau.

Die Militärübung sei „eine klare Demonstration der provokativen Politik der NATO, das Vorgehen der derzeitigen Staatsführung in der Ostukraine zu unterstützen“.

Waffenbewegungen im ostukrainischen Kriegsgebiet Donbass

Unterdessen beobachten internationale Experten nach dem von prorussischen Separatisten angekündigten Abzug von Militärtechnik im Kriegsgebiet Donbass intensive Waffentransporte. „Wir können zur Zeit eine verstärkte Waffenbewegung beobachten. Das ist aber keine Verifikation des Abzuges“, sagte der stellvertretende Leiter der Beobachtermission der OSZE, Alexander Hug.

Die Separatisten hatten am Wochenende den einseitigen Abzug von Waffen mit einem Kaliber von weniger als 100 Millimetern angekündigt.

Sie begründeten das mit der Absicht, die Gewaltexzesse zu beenden. Die Konfliktparteien warfen sich erneut massiven gegenseitigen Beschuss und einen Bruch der Waffenruhe vor. Es gab mehrere Verletzte.

dpa

stol