Montag, 18. Dezember 2017

Milliardär Pinera wird erneut Präsident von Chile

Als 33 Kumpel in einer Mine verschüttet waren, wurde er als Krisenmanager weltbekannt - nun wird er zum zweiten Mal Chiles Präsident: Der Milliardär Sebastian Pinera (68) hat die Stichwahl gewonnen und wird Nachfolger der sozialdemokratischen Präsidentin Michelle Bachelet.

Sebastian Pinera wurde erneut zum Präsidenten gewählt. - Foto: APA (AFP)
Sebastian Pinera wurde erneut zum Präsidenten gewählt. - Foto: APA (AFP)

Der Kandidat der konservativen Oppositions-Koalition kam am Sonntag auf 54,6 Prozent, der Mitte-Links-Kandidat Alejandro Guillier (64), ein Journalist, landete bei rund 45,4 Prozent. Damit steht eines der wohlhabendsten Länder Südamerikas, das von starker Ungleichheit gekennzeichnet ist, vor einem Machtwechsel. Guillier erkannte seine Niederlage an.

Er gratulierte Pinera zum Wahlsieg. Auch Staatschefin Bachelet, die gemäß Verfassung nicht mehr antreten durfte, wünschte Pinera in einem Telefongespräch Erfolg für seine Präsidentschaft. Pinera, der schon von 2010 bis 2014 Präsident war, rief seinen unterlegenen Rivalen zur Zusammenarbeit auf, um vor allem die ärmsten Bevölkerungsschichten besser zu unterstützen.

Er warb für sich mit einer liberalen Agenda, um das Wachstum wieder stärker anzukurbeln. Auch das Programm Guilliers enthalte sehr gute Vorschläge, sagte er - dieses sieht Sozialreformen und mehr gebührenfreie Unis vor. Eine Herausforderung wird auch der Umgang mit den Ureinwohnern der Mapuche sein - zuletzt kam es immer wieder wegen Landkonflikten zu Toten und Gewalt. Pinera ist einer der reichsten Chilenen - dazu trugen unter anderem Beteiligungen an einer Fluggesellschaft, einem TV-Sender und im Finanzsektor bei.

Pinera soll am 11. März vereidigt werden. Der 68-Jährige war bereits von 2010 bis 2014 Präsident des südamerikanischen Landes. Er will die Wirtschaft mit einem unternehmerfreundlichen Kurs anschieben. Chile ist der weltgrößte Kupfer-Exporteur. Pinera hat versprochen, den staatlichen Bergbaukonzern Codelco mit den nötigen Ressourcen auszustatten. Er versprach, die Steuern für Unternehmen zu senken und das Wirtschaftswachstum zu verdoppeln. Dem Magazin „Forbes” zufolge besitzt Pinera ein Vermögen von 2,7 Milliarden Dollar. Reich geworden ist er mit der Einführung von Kreditkarten in Chile in den 1980er Jahren.

apa/dpa/ag.

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stol