Hier die Top 10 der reichsten Russen, wie sie an ihr Vermögen kamen, wie sie leben und welche Rolle sie spielen. <BR /><BR /><BR />Das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ hat die reichsten Russen 2021, also vor Inkrafttreten der UN-Sanktionen gegen die Oligarchen, folgendermaßen gelistet:<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="745526_image" /></div> <BR /><BR /> 1. <BR />Auf Platz 1 steht <Fett>Alexej Mordaschow</Fett> (56). Die Quelle seines beachtlichen Reichtums (29,1 Milliarden Dollar) ist Stahl. Mordaschow, Sohn von Stahlarbeitern, machte eine Ausbildung am Leningrader Institut für Ingenieurwesen und Wirtschaft. Außerdem besuchte er die Newcastle Business School der Northumbria University. Anschließend war er in seiner Geburtsstadt, der Stahlstadt Tscherepowez, in einem Stahlkombinat in der finanziellen Verwaltung tätig. Während der Privatisierungswelle nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu Beginn der 90er Jahre sicherte sich Mordaschow Anteile am Kombinat, aus dem später der Stahlkonzern Severstal werden sollte. Severstal wurde schließlich von ihm kontrolliert und wuchs zu einem internationalen Branchengiganten. In seinem Leben hat der Tycoon aber auch schon mehrfach riesige Geldsummen verbrannt. So stieg er etwa stieg er kurz vor der Corona-Pandemie in den Reisekonzern TUI ein. Privat ist er ist der etwas andere Oligarch: Keine Drogen-Exzesse, keine Ski-Sause zum Geburtstag. Zu tief sitzt die Erinnerung an die karge Kindheit.<BR /><BR />2.<BR />Als der Eiserne Vorhang fiel, schmiss <Fett>Wladimir Potanin</Fett> (61) seine Beamtenkarriere hin, knöpfte dem jungen russischen Staat mit Tricks den Bergbaukonzern Nornickel ab und wurde für Jahrzehnte zum reichsten Mann Russlands. Der Erfolg hatte aber einen hohen Preis: gigantische Umweltschäden. Sein Riesenvermögen wurde im Vorjahr von „Forbes“ auf 27 Milliarden Dollar geschätzt. Privat machte Potanin durch den Rosenkrieg mit seiner Ex-Frau <Fett>Natalia</Fett> (60) Schlagzeilen: Nach 30 Jahren Ehe hatte der Oligarch genug von seiner ersten Ehefrau, im wahrsten Sinne des Wortes. Beim gemeinsamen Abendessen, kurz nachdem die Kinder den Tisch verlassen haben, erklärt er ihr: „Wir haben lange miteinander gelebt. Und jetzt habe ich beschlossen, dass ich genug von dir habe. Ich will eine Scheidung, heute.“ So schildert seine Frau später vor Gericht, was sich im November 2013 zugetragen hat. Potanins Leibwächter wären dann mit den Scheidungsdokumenten in der Hand an den Tisch gekommen, und ihr Mann habe darauf bestanden, dass sie auf alle Vermögensansprüche verzichtet. Sie weigert sich – und kämpft seitdem vor Gericht.<BR /><BR />3.<BR />Wladimir Lisin (65) gehört wie Mordaschow zu den wenigen „Proletariern“ unter den heutigen Oligarchen. Er startete 1975 als einfacher Arbeiter in einer Kohlemine, wechselte dann in eine Stahlfabrik, studierte nebenbei und stieg durch seine außergewöhnlichen Stahlkenntnisse zum Vizedirektor eines der größten Stahlunternehmen der Sowjetunion auf. Seit 1998 ist Lisin Vorstandsvorsitzender des russischen Stahlproduzenten Novolipetsk Steel. Sein Vermögen wird von Forbes auf 26,2 Milliarden US-Dollar geschätzt. Lissin hat sein Vermögen früh gebündelt und sich auf den Ausbau des Rohstoffgiganten konzentriert. Tatsächlich formte er aus dem einstigen Sowjetkombinat einen modernen und hochprofitablen Konzern. Der reiche Russe ist aber nicht nur Unternehmer – sonder auch Wissenschaftler und privat skandalfrei.<BR /><BR />4.<BR />Wagit Alekperow (71) besitzt laut „Forbes“ stattliche 24,9 Milliarden Dollar. Er macht in Öl – genaugenommen ist er Gründer, größter Aktionär und Chef des Mineralölkonzerns Lukoil. Geboren als jüngstes von 5 Kindern einer Ölarbeiter-Familie im aserbaidschanischen Baku, trat Alekperow bereits mit 18 Jahren in die Fußstapfen des Vaters. Bei einer Explosion auf einer Bohrinsel wurde er sogar ins Kaspische Meer gespült. 1990 wurde Alekperow Vize-Minister, ein Jahr bevor mit dem Zerfall der Sowjetunion, der Minister zu Milliardären machte. <BR /><BR />5.<BR />Der Grundstein von <Fett>Leonid Mikhelsons</Fett> (66) Imperium bildet das Unternehmen Novatek. Der Konzern ist zum größten privaten Gasproduzenten aufgestiegen und machte zeitweise sogar dem staatlichen Gasriesen Gazprom das Leben schwer. Mikhelsons Vermögen wird auf 24,9 Milliarden Dollar geschätzt. Der Name des Unternehmers tauchte international in Zusammenhang mit den so genannten Paradise Papers auf. Zudem steht Novatek bereits seit 2014 wegen des Ukraine-Konflikts auf der Sanktionsliste der US-Regierung.<BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="745529_image" /></div> <BR /><BR />6.<BR />Gennadi Timtschenko (69) gilt als enger Freund von Präsident <Fett>Wladimir Putin</Fett>, mit dem er bereits in den 90er Jahren in St. Petersburg zusammenarbeitete. Sein von „Forbes“ auf 22 Milliarden Dollar geschätztes Vermögen beruht auf Erfolgen im Öl- und Gasgeschäft. Nach seinem Studium in St. Petersburg war Timtschenko im Exportgeschäft tätig und traf nach eigener Darstellung 1989 oder 1990 erstmals mit Putin zusammen. Daneben soll er auch im KGB eine Rolle gespielt haben. Seit Anfang der 90er Jahre als Ölhändler tätig, profitierte er im großen Stil von Putins Machtübernahme im Jahr 2000. Timtschenko wurde 1997 zusätzlich finnischer Staatsbürger und lebte mit seiner Frau <Fett>Elena</Fett> und den 3 Kindern jahrelang in der Schweiz. Ein geschäftlicher Rückschlag waren die Sanktionen, die die USA 2014 wegen seiner Nähe zu Putin gegen ihn verhängten. Auch wegen Geldwäsche wurde ermittelt. Mittlerweile hat Timtschenko seine Geschäfte wieder zunehmend nach Russland verlagert. <BR /><BR /> 7.<BR />Alisher Usmanow (68) (siehe Hauptbild) hat hat sein Vermögen (18,4 Milliarden Dollar) im Bergbau, in der Holzindustrie und mit verschiedenen anderen Investitionen erworben. Der gebürtige Usbeke, dem ebenfalls Naheverhältnis zu Putin nachgesagt wird, ist der Gründer von USM, einer großen privaten Holdinggesellschaft, die mehrere Unternehmen aus den Bereichen Bergbau, Metallindustrie, IT und Telekommunikation bündelt. Noch Mitte Jänner gab er dem österreichischen Wirtschaftsportal „trend“ ein Exklusiv-Interview, da er laut eigener Aussage eine Expansion seiner Geschäfte in der EU plante. Nunmehr unterliegt er umfangreichen Restriktionen, die von Einreiseverboten bis zum Einfrieren von Vermögen reichen; Usmanov ist einer der von den Sanktionen am stärksten betroffenen Unternehmer Russlands.<BR /><BR />8.<BR />Andrei Melnitschenko (50) ist mehrheitlich am Düngemittelhersteller EuroChem und am Kohle- und Stromkonzern SUEK beteiligt, sein Vermögen schätzt „Forbes“ auf 17,9 Milliarden Dollar. Melnitschenko machte nach dem Zerfall der Sowjetunion sein erstes Geld mit Wechselstuben. Damit gründete er die MBM-Bank, die im Gegensatz zur Konkurrenz die Russlandkrise 1998 überstand. Melnitschenko konzentrierte sich mit seinen Geschäften auf Bereiche wie Industrieanlagen, Düngemittel und Kohleproduktion, in denen im Gegensatz zu Sektoren Öl- und Gas, Diamanten- und Goldgewinnung der politische Einfluss in Russland weniger oder gar nicht spürbar war. 2007 verkaufte er seine Bankbeteiligung und baute mit dem Geld ein industrielles Konglomerat. Melnitschenko lebt mit seiner Frau <Fett>Aleksandra</Fett> und den 2 Kindern in der Schweiz, besitzt unter anderem auch ein Anwesen in der Nähe von Schloss Windsor. Auf seiner Super-Yacht steigen regelmäßig Mega-Partys mit Promis. <BR /><BR /><KeinAbsatz>9.<BR />Er ist der mit Abstand Jüngste in diesem elitären Kreis und passt trotz eines geschätzten Vermögens von 17,2 Milliarden Dollar so gar nicht ins Schema eines russischen Superreichen. Im Gegenteil, <Fett>Pawel Durow</Fett> (37), der bisweilen in den Medien der „russische <Fett>Mark Zuckerberg</Fett>“ genannt wird, ist so etwas wie ein russischer Staatsfeind. Denn der Gründer des in Russland populärsten sozialen Netzwerks vk.com und des Messenger-Dienstes Telegram legte sich bereits mehrmals mit der russischen Regierung an. Der Unternehmer, der sich selbst als „digitalen Nomaden“ sieht und einen Teil seiner Kindheit in Turin verbracht hat, verkaufte seine Anteile an VK und ging ins Exil. Er gab an, nicht wieder nach Russland zurückkehren zu wollen. Die Idee zu Telegram kam ihn übrigens angeblich, als einmal eine schwer bewaffnete russische Spezialeinheit vor seiner Tür stand. <BR /></KeinAbsatz><BR /><KeinAbsatz>10.<BR />Suleiman Kerimow (55) machte Karriere durch Investitionen in angeschlagene russische Unternehmen. Heute ist er Mehrheitsaktionär am größten Goldproduzenten Polyus. Sein Vermögen wird von „Forbes“ auf 15,8 Milliarden Dollar geschätzt. Nach einem Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität seiner Heimatregion Dagestan verkaufte Kerimow zunächst Transistoren, landete dann im Ölhandel und verdiente später mit Anteilen an Konzernen wie Gazprom Milliarden. In der Finanzkrise von 2008 verlor er Milliarden durch Beteiligungen an Banken wie Morgan Stanley und Goldman Sachs. Er erholte sich wieder, auch mit der Hilfe russischer Staatsbanken, wurde vom Kreml und Putin aber 2013 wieder fallen gelassen. Im Kali-Konflikt wollte sich das russische Unternehmen Uralkali mit Kerimows Beteiligung aus dem gemeinsamen Kartell mit der weißrussischen Belaruskali lösen und ließ den Markt einbrechen. Von weißrussischer Seite wurde ihm Amtsmissbrauch vorgeworfen, er war gezwungen seine Anteile zu veräußern. 2006 sorgte Kerimow für Aufsehen, als er mit seinem Supersportwagen bei Nizza mit überhöhter Geschwindigkeit gegen einen Baum krachte und schwer verletzt für 2 Monate im Krankenhaus lag. 2017 wurde er in Nizza verhaftet und in Aix-en-Provence wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche angeklagt. Kerimow sitzt seit 1999 im russischen Parlament. </KeinAbsatz><BR />