Donnerstag, 28. September 2017

Milliardenschwere Mehrwertsteuer-Lücke in der EU

Die EU-Staaten haben 2015 insgesamt eine Lücke bei den Mehrwertsteuer-Einnahmen von 151,4 Mrd. Euro aufgewiesen. Das geht aus einer neuen Studie der Europäischen Kommission hervor.

Neue Vorschläge sollen MwSt-Betrug zu 80 Prozent reduzieren. - Foto: APA
Neue Vorschläge sollen MwSt-Betrug zu 80 Prozent reduzieren. - Foto: APA

EU-Steuerkommissar Pierre Moscovici sagte, die Länder dürften diese „schockierenden Verluste nicht akzeptieren”. Er werde neue Vorschläge vorlegen, um den MwSt-Betrug um 80 Prozent zu reduzieren.

Die größte Lücke wurde demnach in Rumänien mit 37,2 Prozent verzeichnet, gefolgt von der Slowakei (29,4 Prozent) und Griechenland (28,3 Prozent). Den geringsten Abgang an der einzunehmenden Mehrwertsteuer wies Spanien (3,5 Prozent) auf, gefolgt von Kroatien (3,9 Prozent). Österreich lag mit 8,24 Prozent im unteren Bereich - es war die prozentmäßig achtniedrigste Lücke unter den 28 EU-Staaten.

Italien musste die stärksten Verluste hinnehmen

In absoluten Zahlen musste Italien mit 35 Milliarden Euro die stärksten Mehrwertsteuer-Verluste hinnehmen. Das war eine Lücke von 25,8 Prozent. Dahinter folgte Deutschland mit 22,366 Milliarden Euro (9,56 Prozent), Großbritannien (22,21 Milliarden Euro oder 10,88 Prozent) und Frankreich (20,113 Milliarden oder 11,71 Prozent).

Schweden ohne Lücke

Als einziges Land ohne Lücke und sogar mit einem leichten Überhang 0,568 Milliarden Euro oder 1,42 Prozent ging Schweden aus der Studie hervor.

Moscovici sagte, die Kommission werde im Oktober des Jahres die weitreichendste Verbesserung der geltenden Regeln seit 25 Jahren präsentieren. Mehrwertsteuer-Betrug müsse leichter verfolgbar werden und das Eintreiben der Steuer wesentlich effizienter.

apa

stol