Samstag, 10. Oktober 2015

Mindestens 30 Tote bei Terrorangriff in Ankara

Bei einem Terroranschlag auf eine regierungskritische Friedensdemonstration in der türkischen Hauptstadt Ankara sind zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Das Innenministerium sprach von mindestens 30 Toten und 126 Verletzten.

Vor dem Bahnhof in Ankara kam es am Samstag zu zwei Explosionen, bei denen mindestens 30 Menschen starben.
Vor dem Bahnhof in Ankara kam es am Samstag zu zwei Explosionen, bei denen mindestens 30 Menschen starben. - Foto: © APA/EPA

Der Ko-Vorsitzende der prokurdischen Partei HDP, Selahattin Demirtas, sprach von einem „barbarischen Angriff“. Demirtas sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA, es habe sich um ein „großes Massaker“ gehandelt.

Demirtas teilte auf Twitter mit: „Diejenigen, die Frieden wollen, werden ermordet.“ Die HDP und andere regierungskritische Gruppen hatten zur Teilnahme an der Demonstration aufgerufen.

Laut Innenministerium war es um 10.04 Uhr (Ortszeit/09.04 MESZ)vor dem Hauptbahnhof in Ankara zu mindestens zwei Explosionen gekommen. Teilnehmer der Demonstration waren dazu aufgerufen gewesen, sich ab 10.00 Uhr am Bahnhof zu versammeln.

 

Die Opfer der Explosionen in Ankara wurden notdürftig mit Plakaten und Fahnen zugedeckt. Foto: APA/epa

Die Demonstration sollte um 12.00 Uhr beginnen. Regierungskreise sagten, es werde Berichten nachgegangen, dass es sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt habe. Anadolu berichtete, Präsident Recep Tayyip Erdogan sei mit Ministerpräsident Ahmet Davutoglu und anderen Kabinettsmitgliedern zu einem Krisentreffen zusammengekommen.

Davutoglu kündigte an, den Wahlkampf für drei Tage auszusetzen. In der Türkei sind für den 1. November Neuwahlen für das Parlament angesetzt. In der Türkei war in den vergangenen Monaten der Konflikt zwischen der Regierung und den kurdischen Rebellen wieder eskaliert. Es gab zahlreiche Anschläge der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gegen türkische Soldaten und Polizisten.

Die türkische Armee wiederum bombardierte Stellungen der PKK im Nordirak. Die islamisch-konservative Regierung wirft der Kurdenpartei HDP vor, sich nicht ausreichend von der PKK zu distanzieren.

apa/dpa/afp

stol