Dienstag, 22. März 2016

Mindestens 34 Tote: Was wir bisher wissen, was aber noch nicht

Bei einer Terrorserie in Brüssel sind am Dienstag mindestens 34 Menschen getötet worden. Die Terrormiliz Islamischer Staat bekennt sich zu den Anschlägen. Langsam wird die Lage klarer. Was wissen wir? Was nicht?

WAS WIR WISSEN:

- Kurz nach 08.00 Uhr ereignen sich in der Abflughalle des Flughafens Brüssel-Zaventem zwei Explosionen. Vermutet wird, dass sich mindestens ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt hat. Vorläufige Bilanz: mindestens 14 Tote, etwa 100 Verletzte.

- Um 09.11 Uhr gibt es in der Metro-Station Maelbeek im EU-Viertel einen weiteren Anschlag. Vorläufige Bilanz: mindestens 20 Tote, etwa 130 Verletzte.

- Unter den Verletzten ist auch mindestens eine Deutsche. Die Frau erleidet eine leichte Rauchvergiftung. Hinweise auf deutsche Todesopfer gibt es zunächst nicht.

- Über Stunden hinweg tauchen immer wieder Gerüchte über weitere Anschläge an anderen Orten auf – alles Fehlanzeige, zum Glück.

- Der öffentliche Nahverkehr kommt in Brüssel komplett zum Erliegen. Alle U-Bahnen, Straßenbahnen, Busse stehen still. Die Zentrale von EU und Nato werden noch mehr gesichert als ohnehin schon.

- Das belgische Krisenzentrum appelliert an alle: „Bleiben Sie, wo Sie sind.“ Erst um 16.30 gibt es Entwarnung. Parallel dazu fahren die ersten Züge wieder.

- Wenige Stunden nach den Bluttaten bekennt sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu den Anschlägen. Mehrere „Soldaten des Kalifats“ hätten mit Sprengstoffgürteln und Sprengkörpern den „Kreuzfahrerstaat Belgien“ angegriffen, heißt es in einer Stellungnahme im Internet.

- Im Gebäude des Brüsseler Flughafens wird nach einem Bericht des belgischen Senders RTBF eine dritte Bombe gefunden und entschärft. Zwei Sprengsätze waren detoniert, mindestens 14 Menschen wurden getötet.

- Die Polizei veröffentlicht ein Foto, das drei Männer zeigt, die am Flughafen von einer Überwachungskamera erfasst worden sind. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass zwei von ihnen als Selbstmordattentäter gestorben sind. Den dritten Mann schreibt die Polizei zur Fahndung aus und veröffentlicht auf Twitter ein Foto von ihm.

- Bei Hausdurchsuchungen in Brüssel finden Fahnder eine IS-Flagge, einen Sprengsatz mit Nägeln und chemische Substanzen. Ein Verantwortlicher eines Krankenhauses in Löwen hatte dem Sender VTM berichtet, dass bei den Explosionen auf dem Flughafen Nagelbomben verwendet worden seien.

WAS WIR NICHT WISSEN:

- Hängen die Bluttaten mit der Festnahme eines der mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge von Paris, Salah Abdeslam, am Freitag in Brüssel zusammen? Haben Extremisten die offensichtlich genau geplanten Attentate danach vielleicht vorgezogen?

- War der Anschlag in der Metro-Station Maelbeek ebenfalls ein Selbstmord-Attentat? Oder detonierte eine ferngezündete Bombe, möglicherweise auch mit Zeitzünder?

- Ob tatsächlich die Terrorzelle um Abdeslam dahintersteckt, ist noch nicht bekannt. Zwei seiner Komplizen, Najim Laachraoui (24) und Mohamed Abrini (31), werden namentlich gesucht. „Für den Augenblick ist es nicht möglich, eine formale Verbindung zu den Anschlägen von Paris herzustellen“, sagte Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw am Dienstagabend bei einer Pressekonferenz.

dpa

stol